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Samstag, 29. August 2015

35 Frames


2013 habe ich mir das Buch MONTANA UFOs AND EXTRATERRESTRIALS von Joan Bird kommen lassen, einer Ufologin von der ich bisher noch nichts vernommen habe. Leider hält sich meine Begeisterung über das Werk stark in Grenzen.

Diesmal ist es jedoch weniger die „Schreibe“, sondern viel mehr meine Trübsal über einen klassischen Fehler innerhalb der Ufologie: Die Sache mit der „staatlichen UFO-Forschung“.

Einige Ufologen meinen, dass sie sich und das Thema seriöser darstellen wenn sie darauf verweisen, dass etwa „die USA“ das Phänomen untersucht haben. Das macht meiner Meinung nach jedoch wenig Sinn und zwar aus zwei Gründen:

1. Die (Forschungs)Endergebnisse waren immer negativ und 2. die exorbitant hohe Anzahl der „Unidentifizierten“ (also UFOs i.e.S.) lässt darauf schließen, dass entweder nicht, oder nur sehr schlecht untersucht wurde.

Bei Condon etwa war es rund ein Drittel für die man keine Erklärung fand - jedoch beziehen sich Ufologen gerade auf dieses Drittel ohne die Zahl wirklich zu hinterfragen:

Jede private UFO-Forschungsgruppe die in ihrer Statistik mehr als 1-5% Unidentifizierte hat gilt – zu Recht – als völlig unseriös – bei staatlichen Stellen lässt man diese Schlamperei jedoch unbeanstandet.

Ein ähnliches Problem haben wir auch in Europa. Meine ganz besonderen „Freunde“ von der Echsologie haben sich in die GEIPAN / CNES regelrecht verbissen und weisen gerne auf die „UFO-Forschung in Frankreich“ hin.

Wenn ich mir jedoch mal eine GEIPAN-Statistik ansehe fällt mir auf dass unter „D“ - also die Untertassen – 22% Unidentifizierte aufgeführt sind, also mehr als die vierfache Zahl die man jeder privaten Forschungsgruppe zugestehen würde.

Bei einer derartigen „Forschung“ verzichte ich lieber darauf mit phantastischem Zahlenmaterial (falsche) Werbung für das UFO-Phänomen zu machen.

Solche Statistiken belegen lediglich schlampige oder gar keine Recherche - nicht mehr und nicht weniger. Hier gilt offenbar nur: Masse statt Klasse - der Müll muß ja irgendwie verkauft werden!

• Der “Opener” mit dem wir in die Montana-UFO-Welt eingeführt werden ist der Nick Mariana “Filmfall”. Mariana, damals Manager von einem Baseballclub, filmte am 15-08-1950 zwei ungewöhnliche Objekte. Der Film an sich macht eigentlich nur etwas her wenn man die Hintergründe dazu kennt.

Er beobachtete zwei metallisch wirkende, kugel- bzw. diskusförmige Vehikel (Bird vermag den Leser nicht aufzuklären ob es denn nun Scheiben oder Kugeln waren) die auf einer geschätzten Höhe von etwa 5.000 - 10.000 Fuß angeflogen kamen. Sie steuerten aus nordwestlicher Richtung gen Süd.

Sie schienen beide gleich groß und bewegten sich offenbar mit identischer Geschwindigkeit – geschätzte 400 Meilen die Stunde und um die Objektperipherie herum soll sich jeweils eine Kerbe oder ein Band befunden haben.

Interessant an der Geschichte ist dass auch Marianas Sekretärin die Objekte beobachten konnte. Es schien so als würden sich die UFOs um ihre eigene Achse drehen, ähnlich wie ein Kinderkreisel, während einer Weile schwebten sie und flogen erst dann weiter.

Die gesamte Sichtungszeit betrug etwa 3,5 Minuten. Diese teilen sich so auf, dass Mariana die UFOs entdeckte, von seinem Büro zu seinem Wagen lief um die Kamera zu holen und diese aktivierte. Die Objekte schwebten etwa 3 Minuten und setzten sich eigentlich erst dann in Bewegung als Mariana zu filmen begann.

Nachdem die UFOs abgezogen waren tauchten zwei F-94-Jets an anderer Stelle des Himmels auf, es schien nicht so, als seien sie aufgestiegen um die „Eindringlinge“ zu begutachten.

Mir ist aus dem Fallhergang nicht wirklich klar wie lang der Streifen ist. Bird scheint irgendwie den Faden verloren zu haben, da sie wie ein Gummiball ständig hin und herhüpft zwischen der Schilderung des Mariana-Falles und den diversen US-UFO-Projekten. Da ist einmal die Rede von einer Filmlänge von 15 Fuß, dann wieder von 8 Fuß, dann sind es 15 Fuß – chaotische / ungeordnete Angaben.

Mariana schickte den Film an die Air Force damit diese ihn einer Untersuchung unterziehe. Genauer: An das Air Materiel Command / Wright Patterson AFB. Die dortige „Fotoanalyse“ besagte dass man nichts Ungewöhnliches entdeckt habe. Mariana erhielt seinen Film zurück. Die ersten 35 Frames fehlten jedoch – eben jene Stelle auf der die Objekte am besten zu sehen waren, dort auch in der Schwebe!

Das war übrigens nicht ungewöhnlich, auch andere UFO-Filmer erhielten ihr Material von der Air Force „beschnitten“ zurück, etwa der Zeuge Delbert Newhouse, bei dem gleich 20 Fuß Film „verschwunden“ waren.

PROJECT GRUDGE untersuchte den Film ebenfalls – dort kam man zu dem „Schluss“ dass die beiden F-94-Jets darauf zu sehen seien, die aber jedoch erst auftauchten nachdem die UFOs bereits abgezogen waren.

Im Jahr 1951 erschien im Magazin COSMOPOLITAN ein Aufsatz zum UFO-Phänomen, verfasst von einem Bob Considine, der behauptete dass auf der Aufnahme zwei scheibenförmige Reflektionen des nahegelegenen Wasserturmes zu sehen seien.

Später befragt wie er zu diesem „Ergebnis“ gekommen sei, verlautete er, er sei vom Air Materiel Command angehalten worden dass zu schreiben – eine „Bitte“ der er scheinbar gerne nachgekommen war - solches Teamwork kennt man!

BLUE BOOK untersuchte den Fall auch noch und griff hierbei auf zwei interne Fotolabors zurück: Air Force Lab / Wright Field + Navys Lab / Anacostia. Dort wurde nun festgestellt dass die beiden UFOs weder Ballone / Vögel usw. seien und auch nicht die F-94-Jets. Demzufolge seien sie „Unknown“.

Das ROBERTSON PANEL wollte und konnte jedoch mit dieser Schlussfolgerung nicht leben. Folglich wurde der Fall mit „ungenügende Daten“ „klassifiziert“ und 1956 wurde der Streifen abermals zu den berühmt-berüchtigten F-94-Jets umgebogen!

(Interessant ist übrigens dass BLUE BOOK 1952 lediglich 1503 Berichte erhielt, dem ROBERTSON PANEL jedoch 1900 zugespielt wurden – wahrscheinlich sogar die „Besseren“ aus militärischen und geheimdienstlichen Kreisen).

Im Jahr 1953 untersuchte ein Robert L. Baker (Wissenschaftler bei Douglas Aircraft) den Film und kam zu dem Ergebnis dass die beiden Objekte kein natürliches Phänomen sein könnten und auch keine Militärjets. Sie würden sich auch schneller bewegen als es einer F-94 möglich sei.

(Hier sei angemerkt das Autorin Bird die dumme Angewohnheit hat interessante Informationen lediglich anzuschneiden. Es wäre sinnvoll gewesen etwa zu erwähnen wie schnell denn die „UFOs“ laut Baker geflogen seien und wie schnell ein F-94-Jet im Vergleich dazu fliegt. Das Buch besteht tatsächlich nur aus Stückwerk!)

Nachdem die Air Force aufgrund der fehlenden Filmsequenzen in ein schlechtes Licht gerückt war, tat sich 1969 ein Roy Craig vom CONDON COMMITTEE mit einer unverschämten Unterstellung hervor.

Mariana, so seine These, habe gelogen, der Film sei nie gekürzt worden. Allerdings hatte dieser Intrigant wohl nicht damit gerechnet dass es drei Zeugen gab die den Film vor der Air Force Zensur, als auch danach gesehen hatten.

Die Zeugen waren John Wuerthner (Rechtsanwalt von Mariana), E. P. Furlong (Herausgeber der Zeitung GREAT FALLS TRIBUNE) und ein Tony Dailich (Bird gibt zu ihm keine weiten Angaben). Nach diesen Zeugenaussagen war auf dem ersten Teil des Films der Schwebeflug der Vehikel und ihre Rotation zu sehen.

Dazu schrieb man dann im CONDON REPORT:

Others who had seen it both before and after it was lent to the Air Force firmly believed that not all the original film was returned by the Air Force. This claim was generally accepted as true by Great Falls Residents”.

Bei Condon war der amerikanische Astronom William K. Hartmann zuständig für die „Fotofälle“. Er ließ lediglich zwei Reporte gelten: Die Fotografien aus McMinnville und den Mariana-Clip. Dazu schrieb er:

The case remains unexplained. Analysis indicates that the images on the film are difficult to reconcile with aircraft or other known phenomena, although aircraft cannot be entirely ruled out… While such a hypothesis (the F-94 explanation) is tenable, it conflicts with some of the soft data. It is judged reasonable only to regard this object as unidentified.

(Der amerikanische Ufologe Michael Swords hat sich im Nachhinein mit dem Condon-Komitee beschäftigt und kam zu dem Schluss dass immerhin 11 der 16 Mitarbeiter vom Wert / der Sinnhaftigkeit von UFO-Untersuchungen überzeugt waren. Nur eben Condon in persona nicht.)

1975 wurde der Streifen ein weiteres Mal untersucht und zwar von einem Barry Greenwood. Dieser konnte nachweisen dass der Film tatsächlich „beschnitten“ wurde. Kurioserweise „schrumpfte“ er in der Zeit seit der Baker-Analyse abermals – Bird geht auf diesen wichtigen Hinweis (mal wieder) nicht ein. Sie verweist lediglich auf einen Beitrag des Untersuchers mit dem Titel THE INCREDIBLE SHRINKING FILM.

Das ist offenbar die letzte Analyse des Filmes – zumindest erwähnt Bird keine weiteren (was bei ihrer saumseligen Arbeitsweise aber nicht viel bedeuten muss!). Am 20-08-1999 (seinem Geburtstag) verstarb Mariana in Vancouver / Washington State.

Die offizielle (weiße) UFO-Forschung wurde durch den Condon-Report abgeschlossen. BLUE BOOK sammelte 12.000 Sichtungsberichte und konnte davon 700 nicht identifizieren – die BLUE BOOK UNKNOWNS!

• Bird hat offensichtlich nie UFO-Forschung betrieben (was sie indirekt mit zwei Kindern und zwei Jobs rechtfertigt). Sie „zitiert“ also eigentlich nur – mehr oder weniger gut.

Ein Zitat stammt von dem Buch UFOs AND NUKES von Robert Hastings. Dabei wird die Zeugenaussage eines John W. Mills III. erwähnt der auf der Ellsworth AFB in South Dakota stationiert war. Man erwartete (Mai 1980) die Landung (zwecks Betankung) der SR-71 / Blackbird - die in den 1960ger Jahren wohl gewirkt haben muss wie heute der TR-3B:

Die Maschine war ein „schwarzes“ Projekt der Lockheed Skunk Works und war zwischen 1964 und 1998 im Einsatz und schaffte es auf geschmeidige 2393 mph bei einer Flughöhe 80.000 Fuß!

Kurioserweise tauchte der futuristische Flieger an dem Tag nicht auf. Stattdessen segelte ein schwarzes Dreieck im passenden Zeitfenster auf die Landebahn welches keiner der Soldaten als (weißen) US-Jet identifizieren konnte.

Statt zu landen machte es eine Rechtskehre und verschwand. Man kann sich durchaus fragen ob hier nicht ein „Scherz“ aufgezogen worden war bei dem man (aus welchen Gründen auch immer) einen TR-3B präsentierte statt einer SR-71.

1996 beobachtete der US Air Force Technical Sergeant Jeff Goodrich mit diversen anderen Zeugen über dem Great Falls / Malstrom Militärareal ein weißes [sic] Dreieck welches sich im Schwebeflug befand. Bird verschweigt uns (mal wieder) wie die Sache ausging!

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