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Samstag, 8. August 2015

Besprechung: Operation Tamacuari - Aufbruch zum Hauptquartier der Dritten Macht • Gilbert Sternhoff • UNITALL • gebunden • 165 Seiten • Bildteil • 16,90 €


Wer sich mit UFOs / Flugscheiben beschäftigt, wird vielleicht schon mal von der „Dritten Macht“-Theorie gehört haben. Diese Arbeitshypothese geht von zwei historischen Fakten und einer Annahme aus:

¹. Im Dritten Reich wurden „exotische“ Wunderwaffen entwickelt (Flugscheiben / Atombombe usw.).

². Nach dem WW² gab es eine „Absetzbewegung“ des militärisch-industriellen Komplexes nach Südamerika und anderen Weltgegenden (etwa USA: Paperclip) - man denke hier etwa an die „Rattenlinien“. Kurioserweise sorgten gerade der Vatikan und amerikanische Geheimdienste für die sichere Flucht, was vielleicht erklärt warum diverse „Wunderwaffen“ nicht eingesetzt wurden – Dollardiplomatie?

³. Die Spekulation geht davon aus, dass sich die „Exilanten“ im Ausland (vornehmlich in Argentinien und Brasilien) neu organisierten. Man unterstellt, dass sie die technologische Entwicklung vorangetrieben, Militärstützpunkte erbaut und den Kampf gegen die Alliierten aufgenommen hätten - was auch Attentate (9/11) und Finanzmanipulationen einschließt. Nach den USA („Erste Macht“) und der Ex-UdSSR („Zweite Macht“) sei die „Dritte Macht“ eben auf jene „Reichsdeutschen“ zurückzuführen.

Der Autor Gilbert Sternhoff („der bedeutendste Experte zum Themenkomplex ‚Dritte Macht’“ – Verlagsinfo) verortet das Hauptquartier im „sogenannten Teufelsgebirge, im Grenzgebiet zwischen Brasilien und Venezuela“. […] „Auf Landkarten wird dieses Gebirge als Serra do Tapirapeco bezeichnet. Sein höchster Gipfel ist mit 2340 Metern der Pico Tamacuari“ - heute ein Indianerschutzgebiet.

Seine Hauptquellen dafür sind der UFO-Kontaktler und „Hoaxer“ Ed Walters aus Gulf Breeze / Florida, der einmal von diesem Gebirge geträumt hatte [sic] und ein Mann namens „Tatunca Nara“ aka Günther Hauck von nicht besserer Reputation.

Laut Sternhoff unterhält die „Dritte Macht“ auch Stützpunkte auf dem Mars und er meint die Anzahl dieser „Marsianer“ berechnen zu können:

„Jährlich entstehen auf dem Mars also zwischen 100 und 300 Tonnen Methan. Unterstellen wir, dieser Ausstoß wäre auf die Verdauungsprozesse des im Auftrag der Dritten Macht auf diesem Planeten operierenden Personals zurückzuführen“. […] „… bedeutet das eine Marsbesatzung von etwa 100.000 Menschen.“ 

Interessant wird es eigentlich nur, wenn Sternhoff andere Quellen zitiert. Besonders signifikant (und ich werde in diese Richtung recherchieren) sind die Informationen über UFOs auf Papua-Neuguinea und den Salomonen:

„Norman E. G. Crutwell, Geistlicher […], hat über ein reichliches Jahr […] insgesamt [...] 76 UFO-Sichtungen über Papua-Neuguinea dokumentiert. In ca. 60 Fällen wurden die UFOs an der Milne Bay über der Cape Vogel genannten Halbinsel sowie in dem sich an der Goodenough Bay direkt aus dem Ozean erhebenden Gebirge, wo sich auch das Dorf Boainai befindet, beobachtet.“

„Seit mehreren Jahren dringen von den Salomon-Inseln seltsame Nachrichten zu uns herüber. Da ist die Rede von der Existenz mehrerer Eingänge in unterirdische UFO-Basen auf den Inseln Guadalcanal, Malaita und Makira und über häufige UFO-Sichtungen auf der politisch zu Papua-Neuguinea gehörenden nördlichen Salomon-Insel Bougainville“. […]

Berichtet wird über uns bekannte UFO-Typen, sowohl einerseits von ‚Feuerbällen’, als auch von dreiecksförmigen Fluggeräten. Die unheimlichen Okkupanten werden für einige Verletzungs- und auch Todesfälle unter den Einwohnern der Insel verantwortlich gemacht […].

Dabei bezieht er sich auf das Buch SOLOMON ISLANDS MYSTERIES von einem Marius Boirayon, welches ich unlängst bestellt habe und noch rezensieren werde. Die Informationsfragmente die mir vorliegen erinnern mich stark an das „Chupa-Chupa“-Phänomen in Brasilien (laut Sternhoff steckt die „Dritte Macht“ dahinter, was nicht so unwahrscheinlich ist wie es klingt, da die „Ufonauten“ von „skandinavischem“ Typ waren).

Nicht weniger interessant sind die Hinweise auf einen australischen UFO-Hotspot. Einheimische Ufologen sahen rund 12.000 Dokumente zum UFO-Thema in Archiven durch und fanden neben Hinweisen auf UFO-Aktivität in Papua-Neuguinea auch einen lokalen Schwerpunkt im Woomera-Gebiet.

Dabei handelt es sich um ein Areal welches von 1947 bis 1982 militärisches Testgebiet war, was letztlich die Arbeitshypothese bestärkt dass es sich bei UFOs um irdische Geheimtechnologie handelt (deren Vorläufer wahrscheinlich im Dritten Reich entwickelt wurden).

Resümee: Obwohl ich davon überzeugt bin, dass die Ursprünge des „technischen“ UFO-Phänomens nicht im All, sondern in deutschen Wunderwaffenentwicklungen liegen, mundet mir das Buch nicht wirklich, auch wenn der Autor viele interessante Quellen zu Rate gezogen hat.

Die ständigen Übertreibungen die der „Flugscheibenliteratur“ zugrunde liegen finden sich leider auch hier. Welchen Sinn sollten etwa Stützpunkte auf dem Mars haben? Selbst wenn man die notwendige Technologie hätte, wäre diese Form der Ressourcenverschwendung absurd. Daneben störe ich mich an den diversen „anonymen“ Zeugen die der Autor zitiert und die angeblich über „Insiderwissen“ verfügen.

Meiner Meinung nach gibt es genug Daten / Fakten / verifizierte / verifizierbare Zeugenaussagen usw., die die Existenz unkonventioneller Flugvehikel aka „Wunderwaffen“ als Quelle des UFO-Phänomens belegen. Diese wurden im Dritten Reich von deutschen Ingenieuren erdacht / umgesetzt, um dann von den Alliierten weiterentwickelt zu werden, was sich dann auch in UFOs wie dem TR-3B niederschlug.

Mir ist nicht klar wieso man es bei dieser Faktenlage dann noch nötig hat mit „anonymen Zeugen“ aufzuwarten (deren Aussagen keinen Wert haben, weil man sie nicht überprüfen kann) oder bizarren Spekulationen über Marsbasen. Zugutehalten kann man dem Autor jedoch dass er die „Aldebaraner“, oder anderen esoterischen Unfug, nicht eingebaut hat, wenigstens etwas...

Sternhoff will das Areal übrigens bereisen, was bei den strengen Richtlinien der FUNAI kaum gelingen wird…

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