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Sonntag, 23. August 2015

Spurlos ¹ | Missing 411


2013 habe ich ein Bigfoot-Buch von Bigfooter & Ex-Cop David Paulides einer Rezension unterzogen. Der Autor hat daneben auch vier Bücher über spurloses Verschwinden in US-Nationalparks verfasst.

Nun habe ich mir das Erste des Trios etwas näher angesehen: Missing 4¹¹ & Western United States & Canada.

Bei den Fällen handelt es sich um „Anomalien“, also Fälle die nicht, zumindest bis jetzt,  natürlich erklärt werden können. Es handelt sich dabei um Reporte von / über Personen die zum Beispiel auch mittels Suchhunden nicht gefunden wurden (S. XV), weil diese kurioserweise am Tatort keine Witterung aufnehmen konnten.

Das ist ungewöhnlich, denn in den betreffenden Arealen kann man sich nur zu Fuß bewegen, man kann also niemanden in ein Auto zerren und davonfahren. Daneben finden sich Berichte über Menschen die bewusstlos in bereits durchkämmten Gegenden aufgefunden wurden und sich oft nicht erklären konnten was in der Phase der „Ortsversetzung“ mit ihnen geschehen ist (S. XVII).

Die meisten der Fälle ereigneten sich in einem Zeitfenster von 14 bis 17h. (S. XV) Paulides fand 28 Cluster in denen sich das Verschwinden fokussierte (S. XIV). Darunter befindet sich auch der „Highway of Tears“, Kanada, BC, in dessen, relativer, Nähe Frauen verschwinden und Sportschuhe an die Küste geschwemmt wurden, in denen sich noch die Füße der Träger befanden.

Der Autor berichtete in der Einleitung, dass nach dem Verschwinden von Personen oft Unwetter einsetzten. (S. XV) Ich hielt das für Unsinn. Nachdem ich mich jedoch durch einige veröffentlichte Polizei- und Presseberichte gelesen habe, fällt auch mir auf dass ungewöhnlich oft davon die Rede ist, dass man die Suche aufgrund der Wetterverhältnisse unterbrechen musste. (etwa: S. 47)

Der Aspekt mit dem Wetterwechsel ist tatsächlich ein gruseliger Evergreen und taucht praktisch bei jedem zweiten Report auf - unabhängig von der Jahreszeit. So schrieb zum Beispiel die Los Angeles Times über einen entsprechenden Fall:

„During the time the woman has been missing, the area has been blasted by rainstorms, snowstorms, and freezing temperatures“. (S. 109)

In vielen Fällen verschwanden Kinder unter bizarren Umständen. Etwa beim Beerenpflücken mit dem Vater (S. 12), beim überqueren eines Hügels (S. 46) usw. Wenn man sie fand waren sie „versetzt“ – also extrem weit vom Ort des Verschwindens. Ein 2jähriger etwa legte in 19 Stunden eine Entfernung von über zwölf Meilen zurück, wobei er mehrere Zäune, zwei Berge [sic] und Flüsse überwand. (S. 17)

Ein anderer 2jähriger Alpinist überwand zwei Berge mit einer Höhe von 1000 Fuß und legte sechs Meilen zurück – Luftlinie! (S. 51) Wenn die Kinder starben, dann an Erschöpfung, Spuren von Gewaltanwendung fanden sich nicht. (etwa: S. 13)

Die Erwachsenen sind oft Jäger, aufmunitioniert bis an die Zähne, geübte Schützen. In einem Fall verschwand eine ehemalige Soldatin der Marines. (S. 44) Also nicht unbedingt die typischen Opfer...

Ziemlich bizarr ist der Fall von Charles McCullar der im Crater Lake National Park verschwand. Wobei hier eher die „Rahmenhandlung“ zu denken gibt. McCullar wurde vom National Park Service (NPS) beauftragt Bilder von amerikanischen Nationalparks zu machen. Am 01.02.1975 wurde er als vermisst gemeldet.

Merkwürdigerweise –und dies stieß Paulides als Ex-Cop besonders auf- wurden dessen Eltern erst 10 Tage später informiert, was in den USA völlig unüblich ist, dort werden die Familien umgehend benachrichtigt. Paulides bemühte sich um Akten bei der lokalen NPS-Vertretung in Denver, dort waren die Unterlagen „verschwunden“. Beim NPS-HQ in Washington waren sie ebenfalls „verschwunden“.

Der Vater von McCullar beschwerte sich über die Untätigkeit der NPS (welche indirekt für das Verschwinden verantwortlich war, immerhin war McCullar im NPS-Auftrag in der Wildnis unterwegs gewesen!) und der Polizei von Oregon, die nichts unternahm, das FBI wollte im Fall gar nicht erst ermitteln. Die skelettierten Überreste von McCullar wurden verstreut in der Wildnis entdeckt, ebenfalls seine Habseeligkeiten. (S. 59ff)

Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass staatliche Stellen für die Vermisstenfälle verantwortlich sind und diese ggf. „Fängerteams“ einsetzen um Menschen zu entführen (ich komme auf diese „Menschenfänger“ später noch zurück). Es fällt nämlich auf, dass sich die Vermissten (welche im gleichen Ort- und Zeitfenster verschwinden) sich sehr stark ähneln (Alter, Geschlecht usw.), so als ob „Bestelllisten“ abgearbeitet werden – Organhandel / Menschenversuche?

Ein ausgesprochener Hotspot ist Mount Shasta, ein Areal an dem sowohl „schwarze Militäraktivitäten“ anzutreffen sind (Untergrundbasen, Tunnelbau, „UFOs“ usw.) als auch eine recht stattliche NABs-Gemeinde (NABs = New Age Bullshit). Die Vermisstenfälle werden von den dort hausenden Esoterikern darauf zurückgeführt, dass unter der Erde vegetierende „Lemurianer“ die Menschen verschleppt haben, wenn man so will also vergleichbar mit der Wechselwirkung von Morlocks & Eloi. (S. 78 & 91)

Die NPS (National Park Service) unterhält keine Datenbank über in Nationalparks verschwundene Personen. Paulides erkundigte sich zum Beispiel nach den Vermisstenfällen im Yosemite National Park. Geantwortet wurde ihm, dass es rund 750 Arbeitsstunden dauern würde die Daten über alle Verschwundenen zusammenzutragen, man kann sich vorstellen zu welchen Zahlen man da kommen würde! Als Ex-Cop vermutet er, dass man gezielt verheimlichen möchte wie hoch die Vermisstenrate wirklich ist. (S. 115)

Im Juni 1995 verschwand Jeanne Hesselschwerdt im Yosemite National Park. Die 37jährige kam zum Wandern. Entdeckt wurde sie, tot, im September des gleichen Jahres, auf einer Höhe von 5300 Fuß, in einem Bereich der nur für Bergsteiger erreichbar ist – alpine Ausrüstung hatte sie keine dabei, sie war auch keine Bergsteigerin. Die Todesursache konnte nicht mehr ermittelt werden. (S. 134ff)

Im Yosemite Nationalpark verschwanden erstaunlich viele (Hobby + Professionelle) Fotografen. (S. 148) Hatten sie etwas aufgenommen was letztlich zu ihrem Verschwinden führte? Bekanntermaßen werden in den amerikanischen Nationalparks Drogen angebaut, gebunkert und verkauft, was u.a. auch zur „Operation Silent Thunder“ führte. Dort filzte die Polizei das Antelope Valley (unweit Los Angeles) um die lokale Drogenmafia auszuräuchern (S. 171).

Viele Personen verschwinden an „teuflischen“ Orten, bzw. stellen diese „Hotspots“ dar, was ein Hinweis auf eine „wirkende Kraft“ sein könnte die den Einheimischen nicht koscher war / ist und entsprechend benannt wurde (name game):

Devil’s Back Canyon / Devils Dance Floore / Devils Gate Dam / Devils Lake / Devils Lake Trailhead / Devils Nest / Devils Peak / Devil’s Punchbowl usw. usf. (S. 171 / S. 358) Wenn man sich vorstellt, dass viele der betroffenen Kinder plötzlich anfangen wie von Sinnen bis zur tödlichen Erschöpfung zu laufen, könnte man tatsächlich auf den Gedanken teuflischer Einflüsterung kommen.

Der fünfjährige Danny Greenwood verschwand im Juni 1967 am Reservation Lake, Arizona, um auf der Spitze des 11.600 Fuß hohen Mount Baldy entdeckt zu werden – der höchsten Erhebung von Ostarizona. 

Das Kind verstarb an „Ausgesetztsein“ (in den O-Texten ist von „Exposure“ die Rede, was ich frei als „Erschöpfung“ / „Entkräftung“ übersetze, was der Realität am nächsten kommt, die Kinder laufen bis sie umfallen, übrigens ein Allgemeinplatz bei den Obduktionsberichten! Eine Subform der Tanzwut?). Er wies keinerlei Anzeichen von äußere Gewalt auf und musste aufgrund der Fundlage von einem Hubschrauber geborgen werden. (S. 180)

Anne Bacsu verschwand im Mai 1983, sie bewegte sich zwischen dem Highway 16 & 40 zu Fuß, unweit Hinton, Alberta, Kanada. Zeugen beobachteten ihre Entführung, sie wurde von drei Männern in einen Van gezerrt und verschleppt. (S. 308)

Möglich dass diese „Menschenfänger“ nicht nur auf dem „Highway of Tears“ unterwegs sind, sondern auch direkt in den Nationalparks…


Entführungs-Hotspots - Anklicken zum Vergrößern!

Resümee: Das Buch ist sehr lehrreich und belegt, dass nicht nur amerikanische Großstädte lebensgefährlich sind, sondern auch Nationalparks, wobei nicht Bären und Wölfe ein Problem darstellen, sondern die Amerikaner selbst.

In den Nationalparks werden Drogen angebaut, verkauft und gelagert und offensichtlich dienen sie auch als Rückzugsort für Kriminelle. Die NPS als „Aufsichtsbehörde“ zeigt wenig bis kein Interesse sich mit den Menschenverlusten zu beschäftigen, das FBI ermittelt in den wenigsten Fällen und übergroßen Eifer bei der Ermittlung kann man auch der Polizei nicht nachsagen.

Es ist also kaum möglich zu beurteilen, ob hinter den Vorfällen auch „staatliche“ (etwa Entführung für Organhandel / Menschenversuche usw.) oder paranormale Vorgänge stecken. Bizarr sind die Berichte über Kinder die in kürzester Zeit gewaltige Distanzen zurücklegen und die Lage einiger Leichen auf großen Höhen oder Arealen die nur für Alpinisten erreichbar sind, oder von „oben“.

Vielsagend ist, dass David Paulides als Ex-Cop empfiehlt die Parks nur in Gruppen zu besuchen, sich einen Peilsender anzustecken und ggf. zu bewaffnen, sicherlich wertvolle Tipps die einem ersparen als Verlustmeldung in den nicht vorhandenen Statistiken aufzutauchen… Teil²

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