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Freitag, 24. Februar 2017

Wenn die Schicksalskugel rollt


Momentan arbeite ich mich gerade durch das Buch SPUK – EIN RÄTSEL DER MENSCHHEIT von Fanny Moser, wo diverse Spukphänomene besprochen werden.

Aufgefallen sind mir da zwei Schilderungen die ich bereits in ähnlicher Form in einen Artikel verpackt habe. Es geht um die „Erscheinung“ einer phantomhaften rollenden Kugel die sowohl bei Abductions als auch bei Spuk beschrieben bzw. auch in historischen Überlieferungen erwähnt wird.

Damit es übersichtlich bleibt zitiere ich hier zwei Reporte aus dem Buch und anschließend mich selber! ;-)

Der erste (undatierte) Bericht findet sich auf Seite 185ff. Es geht dort um Vorfälle im Bubendorfer Pfarrhaus bei Basel.

Der Lärm fing dann auch in der Studierstube selbst an. Es war, wie wenn man eine Bleikugel auf den Boden fallen und durch das Zimmer rollen ließe.“

Der zweite Bericht ereignete sich bei einem Bauer Erhard im Kanton Bern, Seite 287:

Als junger Bursche diente er 1919 als Melker bei einem Großbauern in Oberdorf-Utzensdorf, der zugleich Metzger war. Außer Schweinen und Pferden hatte er noch 25 Stück Vieh. Einmal musste nun unser Melker wegen einer trächtigen Kuh im Stahl übernachten, wo sonst nur noch die Hunde waren, darunter ein sehr böser Vorstehhund als Wächter.

Da hörte er im Laufe der Nacht in der Krippe wie eine schwere Kugel hin- und herrollen, immer wieder auf und ab. Doch zu sehen war nichts. Das Geräusch kam jedoch nicht von draußen, und von der Bühne konnte es, nach Lage der Dinge, nicht kommen, wie der Bauer erklärte.

Das Rollen war sehr laut und unerklärlich. Bezeichnend war dabei, dass gleichzeitig das Vieh die Köpfe abwechselnd nach rechts und links drehte, entsprechend dem Rollen der Kugel. Also musste es seinerseits das Geräusch hören. Der Bauer stellte das Erlebte einfach fest, ohne Kommentar. Eine Erklärung hatte er nicht.

Wie bereits erwähnt habe ich mich mit dem kugeligen Thema bereits auseinandergesetzt. Als Opener habe ich in dem Artikel eine Sage eingebracht:

Die Klage wird als hageres altes Weib geschildert, das, wie die meisten Dämonen, sich als Werkzeug seines Unheils der Schicksalskugel bedient. Hört man um Mitternacht die auch als feurig geschilderte Kugel in einem Hause winseln und rauschen, so muss man auf ein schweres Ereignis gefasst sein.

Steht man auf einer Treppe und blickt hinab, so sieht man oft einen unförmlichen Knäuel, blaue Funken sprühend, bald einer Kugel, bald einem Rumpf ähnlich, von Stufe zu Stufe emporhüpfen.

In einem Heidedorf saß eines Abends ein Vater am Krankenbette seiner Tochter. Zu seiner Bestürzung fiel plötzlich von der Zimmerdecke ein schwarzer Gegenstand polternd herab. Es war eine sich selbst drehende schwarze Kugel, die knarrend und sausend dahinrollte.

Der alte Mann erkannte die Schicksalskugel der Klage und trachtete, sich gegen diese zu wehren, indem er eiligst auf einen Stuhl stieg, um von ihr nicht berührt zu werden.

Die Kugel durchkreiste sausend und tobend das ganze Zimmer und verschwand schließlich unter dem Bett der Kranken. [Quelle für beide Berichte: Leander Petzoldt, Sagen aus dem Burgenland, Diederichs Verlag, München 1994, Seite 100]

Die „Schicksalskugel“ der Klage, rollt wohl noch bis in unsere Zeit hinein und scheint auch eine Vorliebe für das UFO-Entführungsphänomen entwickelt zu haben. Mein verstorbener Kollege Johannes Fiebag, hat in seinem Buch „Kontakt“ [Langen Müller Verlag, München 1994] den Fall einer potentiellen „Entführten“ publiziert, die etwas erlebt hat, was uns nun gar nicht mehr so unbekannt erscheint. Sie schreibt in ihrem Protokoll:

Ich wachte wieder auf. Ich glaube gesehen zu haben, wie etwas, das wie ein dunkler Ball aussah, durch mein Zimmer rollte, alle nötigen Kurven vollziehend, und dann nach einer solchen Runde verschwand. Ich glaube es gab ein Geräusch von sich, ähnlich dem Geräusch eines Motors.“

Update: Die Kugelberichte sind häufiger überliefert als ich gedacht habe. In SAGEN AUS NIEDERBAYERN von Emmi Böck fand ich auf Seite 147/148 einen weiteren Hinweis von einem Lehrer aus Oberhatzkofen: 
Um zwölf Uhr nachts […] fiel in den Glockenschlag hinein eine goldene Kugel auf meinen Schreibtisch. Sie sprang weiter, mir auf den Schoß und hinab auf den Boden. Verblüfft nahm ich die Schreibtischlampe und leuchtete den Boden nach ihr ab. Von der Kugel aber war keine Spur mehr zu finden“.
Update: In SAGEN AUS DER OBERPFALZ von Emmi Böck geht es wieder „kugelrund“ zu: 
Noch um das Jahr 1850 hörte man nachts – wie von glaubwürdiger Seite überliefert ist – auf dem Boden des Hauses das Gepolter […]. Es war, als ob eine Kugel mit großem Lärm von einem Giebel zum anderen gerollt würde“. [S. 42]
Mein Großonkel und meine Großtante, […] fuhren Stoffe […] auf die umliegenden Märkte. Sie kamen dabei oft spätnachts heim, […]. Sie näherten sich der Rohrbacher Brücke. Da sahen sie von ferne zwei kugelförmige Lichter herankommen. […]. Die Lichter kamen näher und näher […] und rollten vor ihnen als zwei feurige Kugeln in die Vils“. [S. 267]
Update: Paul Quensel berichtet in seinen THÜRINGER SAGEN [=Diederichs Verlag], auf Seite 272 von einer „Feuerkugel“: 
Feurige Kugeln und Bälle sind da und dort gesehen worden, so im Gelben Schlosse zu Tann. Da sitzt der Verwalter bei seiner Familie, als sich seinem Zimmer ein Angstschrei nähert. Die Tür wird aufgerissen, das Gesinde stürzt totenbleich herein und meldet: sie hätten beieinander gesessen und gestrickt und gesponnen, als plötzlich eine große feurige Kugel von der Decke gefallen und auf die Tischplatte geschlagen sei, dass es die Lampe umgeworfen habe“. 
Leider wird nicht weiter erwähnt was aus besagter Kugel wurde…
Update:Wie der Gassenmeier-Michl, ein Schäfer, von Adelshausen abends um neun Uhr zu seinem Schäferkarren im Gemeindehölzl kam, ist auf der Deichsel eine weiße Kugel gesessen. Als er in den Karren stieg, saß sie auf dem Bett. Sie verschwand erst, wenn er sich hinlegte. Die Kugel kam öfter. […]“. [=Emmi Böck, Sagen aus dem Neuburg-Schrobenhauser Land, S. 9]
Update: In „Sagen aus dem Neuburg-Schrobenhauser Land“ von Emmi Böck findet sich eine weitere Überlieferung [=aus Langenmosen] [S. 108]. Diese ist in Mundart gehalten. Ich habe sie übersetzt und darauf geachtet mich möglichst Wort für Wort an die Vorlage zu halten [=übrigens meine erste Übersetzung Bayerisch-Hochdeutsch!] 
Der […] Kriegler-Hans [=ein Zimmermann] […] ist früher über einen Pfad nach Winklhausen über die Felder gegangen… […] …und auf einmal ist da ein Wind gekommen, der ihm den Hut vom Kopf geblasen hat. […] …sieht er 3-4 Meter vor sich eine große Wolke, die war feuerrot und rund wie eine Kugel. Er wollte auf sie losgehen. Aber er hat sie nicht fangen können. Da ist er stehen geblieben und hat sich gedacht: ‚Vielleicht rollt sie davon?!’ Aber immer, wenn er stehen geblieben ist, ist die Kugel auch stehen geblieben. Und wenn er gegangen ist, ist die Kugel gerollt. Er hat seine Kraxn [=Rückentrage] abgesetzt und sein Beil herausgeholt, wenn sie sich ihm genähert hätte, hätte er auf sie eingeschlagen. So ist es gegangen bis sie das Land des ‚Angabaua’ [=Angebauer] erreicht haben. Die Kugel ist auf einen Pflock [=der Zaunbegrenzung] rauf und ist verschwunden“.
Update: Bisher tauchten in den Überlieferungen nur die Kugeln auf. In „Sagen und Legenden aus Eichstätt“ von Emmi Böck findet sich jedoch eine Sage aus Erkertshofen, in der auch eine Frau beschrieben wird. Dem Zeitgeist entsprechend wird sie zur „Hexe“ umgedeutet. Der O-Ton ist in Mundart gehalten und von mir übersetzt worden: 
Und wie ich nach Hause gehe, so um ¾ 11, sehe ich links eine Frau stehen. Ich bin weiter gegangen und sehe eine große [=feurige] Kugel auf mich zukommen. Ich bin natürlich […] gelaufen, und wie ich weiter gekommen bin, habe ich mich umgesehen. Jetzt ist die Frau hinter mir gewesen und von der haben sie gesagt, sie sei eine Hexe. Eine Frau aus dem Dorf hat die Kugel auch gesehen und sie hat sich nicht mehr getraut weiter zu gehen.“ [S. 73f]
Auf Seite 141 findet sich ein weiterer passender Text: 
Unweit von Scherenfeld steht an einem Kreuzweg eine alte Römersäule. Es war eine rabenschwarze Nacht, als einmal ein Metzger zwischen zwölf und ein Uhr heim nach Schernfeld radelte. Bei der Säule sah er plötzlich vor sich auf der Straße einen glühenden Schusser [=Murmel]. Er wollte ausweichen, doch der Schusser rollte ihm unter das Rad, und er stürzte. […] 
Jetzt lief die glühende Kugel auf ihn zu. Schnell sprang er auf, bestieg sein Rad und wollte davonfahren. Der Schusser rollte ihm wieder nach, kam auch diesmal vor das Rad, und der Mann stürzte zum zweitenmal. Gleich war der Schusser auf dem Weg zu ihm. Er wuchs blitzschnell zu einer riesigen Kugel an und schien ihn erdrücken zu wollen. Da schlug die Glocke in Schernfeld ein Uhr. […] Die Geisterstunde war vorbei und der Schusser verschwand im Erdboden, so schnell wie er gekommen war.“ [S. 141]
Update: Ziemlich kugelig ging es auch in Gebendorf, Hallertau zu. Davon weiß Emi Böck in ihren „Sagen aus der Hallertau“ [=Verlag Friedrich Pustet] zu berichten: 
Auf dem Dachboden gab es zuweilen einen Lärm, als ob mit Kugeln herumgeworfen würde. Manche wollten diese Kugeln noch selbst gesehen haben. Sie sollen bei der Hofübergabe 1859 noch vorhanden gewesen und sogar in die Suppenschüssel hineingefallen sein. Als sich die Bewohner mit der Zeit nicht mehr zu helfen wussten, ließen sie einen Geistlichen kommen“. [S. 44]
Update: Cressy, Frankreich, März 1988: Der Zeuge erwachte durch ein lautes Geräusch, so als ob jemand immer wieder einen Metallball gegen das Haus schleudern würde. Er vermutete einen Einbrecher und stand auf. 
Dabei fiel ihm auf, dass er sich im Raum nicht mehr alleine befand. Ein kleines, leuchtendes Wesen das in einem Zylinder steckte, an dessen unterem Ende eine große „Plattform“ oder Landebein befestigt war, schwebte zwischen Fenster und Bett. 
Es war ockerfarben, wie das „Ding“ in dem es steckte, hatte einen kleinen Kopf und einen flexiblen Hals. Es streckte zwei lange, ebenfalls flexibel wirkende Arme nach dem Mann aus, woraufhin bei ihm ein Blackout einsetzte. 
Die Nacht zuvor hatte er Besuch von Lichtkugeln gehabt die vor seinem Fenster schwebten. [Albert Rosales, Humanoid Encounters 1985-1989, S. 178]
Update: In ihrem Buch IN THE NIGHT SKY berichtet die amerikanische Ufologin Linda Zimmermann über einen Abductee namens Gary (Besprechung). Dieser beobachtete Mitte / Ende der 1980ger Jahre bei Walkill , New York State, USA, Lichterscheinungen / UFOs. 
Dabei rollte ein kugelförmiges Licht über ein Feld, ähnliche Beobachtungen machte er auch an anderen Orten – zumeist bei Überlandfahrten. [S. 224]
Update: Der rumänische Ufologe Dan D. Farkas berichtet in seinem Buch UFOs over Romania über einen Vorfall der sich im Oktober 1980 ereignet hatte. 
Eine Studentin aus Cluj-Napoca [die bereits seit dem Jahr 1968 „Besuchererfahrungen“ gemacht hatte] erwachte in der Nacht durch ein fremdartiges Geräusch. 
Es klang so, als rolle ein schwerer Körper über den Boden. Sie und ihre Mitbewohner suchten die ganze Wohnung ab, fanden jedoch keinen Hinweis auf einen Eindringling. 
Kurz nachdem sie wieder zu Bett gegangen waren, tauchte ein Wesen neben dem Bett der Zeugin auf. Diese hatte den Eindruck es mit einer dunkelhaarigen Frau zu tun zu haben.
Die Stirn der Fremden wurde von einem Helm verdeckt, sie hatte bleiche Haut und offenbar keinen Mund. Sie injizierte ihr etwas in die linke Hand woraufhin die Studentin einschlief. Als sie am nächsten Morgen erwachte war ihr Gesicht gerötet wie nach einem Sonnenbrand. [S. 158] 
↔ Fortsetzung

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