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Samstag, 26. September 2015

Battle of Los Angeles


2013 habe ich mir das Buch „THE BATTLE OF LOS ANGELES“ von Terrenz Sword zukommen lassen, da die mosaikartigen Teilinformationen in der Literatur zum „Klassiker“ oft sehr merkwürdig daherkamen. Da ich aus der Sache nicht schlau wurde, hieß es also sich schlau zu machen.

Das Buch ist interessant geschrieben und bietet auch einen guten zeithistorischen Einblick. Es beginnt mit dem Fiasko von Pearl Harbor und weitet sich dann zu merkwürdigen Aktivitäten an der Pazifikküste aus.

So wie das im Buch beschrieben ist, herrschte an Land – also in Küstennähe – teils strenge Verdunkelung. Flugabwehr und Luftwaffe, diverse freiwillige Helfer etc. beobachteten den Himmel da man einen Angriff der Japaner erwartete und Radiostationen mussten ihren Betrieb über Stunden einstellen.

► Die kuriosen Vorfälle begannen bereits im Dezember [08.] 1941. Der erste Luftalarm wurde ausgelöst weil ein Pulk von etwa 50 Fliegern gen San Francisco unterwegs war. Nachdem Golden Gate erreicht wurde drehte der Verband plötzlich in südwestliche Richtung ab und verschwand irgendwohin.

Es wurde vermutet das es sich dabei um japanische Aufklärer gehandelt hat, was aber bei der Stückzahl nicht viel Sinn macht und Bomber waren es offenbar auch nicht – dann wäre Frisco sicherlich angegriffen worden [oder: Psychologische Kriegsführung?] – US-Maschinen stiegen nicht auf. Ein Kurzbericht schildert einen „Schwarm“ auch am Mendocino Cape. Auch ohne jede Feindhandlung. Bis dato ist ungeklärt was für Flieger das waren.

► Bereits am nächsten Tag [09.] tauchten die „Geisterflieger“ an mehreren Orten auf. Da man die Position „freundlicher“ [also angelsächsischer – kanadisch-amerikanischer – Flugzeuge] genauestens kannte, konnte es sich nur um „Eindringlinge“ handeln. Über Marin County, Berkeley und San Francisco waren sie zu hören.

Über Marin County wurden vermeintliche „Flares“ gesehen, die irgendjemand abgeworfen haben soll. Um amerikanische Flugzeuge soll es sich dabei nicht gehandelt haben. Über Sonoma County tauchten „strange planes“ auf, leider wird nicht darauf eingegangen was so „strange“ an den „planes“ war.

► Den ersten Luftalarm [und das erste – unbestätigte - „Abwehrfeuer“] in Los Angeles gab es am 10-12. Ein Geisterflieger soll seine Runden über der Stadt gedreht haben, während diese verdunkelt war. Mich wundert dass bis dahin keine Abfangjäger hoch geschickt wurden…

► 10-12-1941: Die „Geisterflugzeuge“ – zumindest ein (?) bestätigtes Exemplar – tauchte(n) über Alaska auf und versetzte(n) die Militärs in Alarmbereitschaft.

► Am 12-12-1941 überschwemmten die Flieger San Francisco und wurden u.a. auch von der US-Navy registriert die feststellte dass sie vom Meer her einflogen. Über Oakland zogen sie im Tiefflug dahin – jeweils ohne jede Beleuchtung. An der Küste hörte man Schiffsaktivität die nicht zugeordnet werden konnte. Gleichzeitig waren auch diverse „Lichter“ am Himmel zu sehen die sich wie Flares verhalten haben sollen. Am 04-01-1942 wiederholte sich das himmlische Spektakel – diesmal mit zwei Formationen.

► 23-02-1942: Das japanische U-Boot I-17 [eines von drei an der US-Küste beobachteten] nahm Barnstall Oil unter Beschuss, eine Firma 12 Meilen nördlich von Santa Barbara, Kalifornien, entfernt. Interessant ist das japanische Medien dann proklamierten dass eine Invasion der USA durchaus möglich ist.

Vielleicht sollte diese später auch erfolgen – zumindest in einer Testphase - womöglich in Begleitung unkonventioneller deutscher Waffentechnologie in Form von Flugscheiben?

Gegebenenfalls wurden auch entsprechende Invasionspläne für Amerika / Kalifornien zugunsten der erfolgreicheren Pazifikfront storniert?

Interessant ist übrigens das sich die amerikanischen Japaner in Wehrsportgruppen wie der „Black Dragon Society“ zusammengeschlossen hatten. Dieser Mangel an Loyalität führte dann auch zur Internierung der japanischen Minderheit die offenbar dem Tenno mehr zusprach als Roosevelt.

► An sich bin ich davon ausgegangen bei der Lektüre mehr Klarheit zu bekommen, doch ist die Geschichte noch bizarrer als ich vor dem Buch gedacht habe. Am 25-02-1942 ertönte um 2h22 Alarm in Los Angeles. Gegen 2h23 erfolgte die Verdunkelung. Auslöser war nicht etwa das „UFO“ sondern eine Armada einfliegender Flugzeuge - Zeugenaussagen zufolge silberfarbene Maschinen in V-Formation.

Das erste erschien um 2h26 über Santa Monica. Dann erst folgte das „Hauptobjekt“ das die Zeugen vom Boden aus für ein Luftschiff hielten, gefolgt von einer zweiten Angriffswelle von Flugzeugen. Diese bewegten sich in einer Höhe von 5000 bis 8000 Fuß und wurden in mehreren Intervallen von starkem Flakfeuer empfangen. Rund 30 Scheinwerfer erleuchteten den Himmel.

Das dieses „UFO“ von Flugzeugen begleitet wurde steht außer Frage, denn diese wurden von Militärs, Zivilisten und Polizisten – jeweils mit und ohne Ferngläsern in vollem Scheinwerferlicht – wahrgenommen. Paradox war dass keine Bomben fielen. Parallel dazu stiegen amerikanische Bomber auf um vermeintliche japanische Flugzeugträger vor der Küste zu finden und zu versenken – sie fanden aber keine.

Die unidentifizierten Flieger flogen in Pulks oder Rudeln von bis zu 30 Maschinen – warfen aber keine Bomben ab, was die US-Militärs so erstaunte dass sie später behaupteten es habe sich um „Aufklärer“ gehandelt – was natürlich absurd ist, da man bis zu 200 [sic] Flugzeuge zählte. Der letzte Schuss fiel gegen 4h15. Die Amerikaner haben also rund zwei Stunden lang auf unzählige Flugzeuge und ein „Begleitobjekt“ gefeuert ohne einen einzigen Treffer zu landen! So will es zumindest die offizielle Version.

Es gab jedoch Zeugen die angaben beobachtet zu haben wie über dem Meer ein bis drei feindliche Jets abgeschossen worden sind. Die Informationslage war in den Nachwehen sehr suspekt. Während einzelne Militärs aussagten dass auch US-Abfangjäger aufgestiegen seien, behaupteten andere wieder das Gegenteil – man habe wegen der eigenen Flugabwehr nicht das Risiko eingehen wollen in „Friendly Fire“ zu geraten.

Man kann sich durchaus fragen wie effektiv die Flak-Besatzungen bei ihrem Beschuss waren, immerhin war das der erste große Einsatz. Über die Qualität des „Menschenmaterials“ an den Waffen ist nichts zu erfahren. Womöglich gingen die Schüsse (fast?) alle daneben, was erklären würde warum zumindest über dem Stadtgebiet kein Jet abgeschossen wurde und auch der „Begleiter“ unbeschädigt blieb.

Fakt ist das die Amerikaner zu der Zeit keine Erfahrung im Luftabwehrkampf hatten und womöglich auch Entfernung + Höhe falsch einschätzten. Vermutlich wären mit der eingeschossenen deutschen Flak ganz andere Ergebnisse erzielt worden…

In der Nachbetrachtung bzw. Aufbearbeitung der „Schlacht“ ergaben sich weitere Aspekte von großem Interesse die aus Zeugenaussagen destilliert wurden:

► Die Flugzeuge flogen sehr langsam – nicht schneller als 200 Meilen in der Stunde. Auch das „Einzelobjekt“ hatte es nicht eilig. Es brauchte rund 30 Minuten für eine Flugstrecke von etwa 20 bis 25 Meilen. 

Dabei soll es auch eine 90 Grad Kehre hingelegt haben. Da man sich das nicht erklären konnte wurde viel über Luftschiffe / Zeppeline spekuliert. Jedoch ist unwahrscheinlich dass dieses den Beschuss überstanden hätte.

► Zu der Zeit starben fünf Menschen – drei durch Unfälle, zwei durch Herzversagen. Auf die unidentifizierte Flotte wurden 1430 Schuss abgegeben.

► Signifikant ist das zeitgleich in Washington D. C. ebenfalls Luftalarm ausgelöst wurde, dies für rund 30 Minuten. Erklärt wurde das mit Fehlalarm / einer Übung. Merkwürdig ist jedoch der massive Einsatz von Polizeikräften, die frühe Stunde der „Übung“ und die zeitliche Nähe zu den Vorfällen in Los Angeles.

► Am 23-02 wurde ein „überdimensionales“ U-Boot bei Goleta ausgemacht und am 28-02 griff ein ebensolches „Kaliber“ einen Tanker unweit San Francisco an. Spekuliert wurde über U-Boote die Flugzeuge (oder anderes?) an Bord hatten.

► Aus einer Presseerklärung der Japaner ging hervor dass diese keine Maschinen zum fraglichen Zeitpunkt eingesetzt hatten, allerdings könnte das auch der psychologischen Kriegsführung geschuldet sein. Fakt ist aber dass zumindest am 09-02-1942 eine Maschine die Küste Oregons abflog auf der Suche nach militärischen Zielen – dies wurde zumindest von Tokio zugegeben.

► Der Zeuge Scott Littleton – damals 8 Jahre alt – beobachtete das Geschehen von Hermosa Beach aus mit seinen Eltern. Das „Einzelobjekt“ nahm er als eher rautenförmig war, illuminiert von den Scheinwerfern und dem Flakfeuer. Es zog nach einer Weile gen Meer ab und wurde von aufsteigenden Militärflugzeugen von der Mines Field Basis verfolgt. Das Zeitfenster wurde mit 4h morgens angegeben.

► Von der Los Angeles Times wurde ein Bild veröffentlich das vom Geschehen gemacht wurde – der Fotograf wird nicht genannt. Aus der Bildbearbeitung lässt sich die Form des „UFOs“ ableiten, die mit den Zeugenbeschreibungen [„Zeppelinform“] konform geht.

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