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Freitag, 2. Oktober 2015

Sagenhafte Zeiten


Vor Äonen - als ich noch jung war ;-) - habe ich mich ziemlich intensiv mit Sagen beschäftigt. Gut, was heißt jetzt „beschäftigt“? Ich habe Sagenbücher erworben, gelesen und Überlieferungen mit UFO-Berichten bzw. zumeist mit „Humanoidenberichten“ [CE3 + CE4] verglichen. Das Ganze kam dann in mein Printmagazin „UFO-REPORT“ [ebenfalls vor Äonen eingestellt]. 

Da ich ja die Angewohnheit habe vor einem Pubbesuch in eine Buchhandlung meines Vertrauens zu gehen, ist mir bei einer solchen Gelegenheit „Das große Deutsche Sagenbuch“ von Heinz Rölleke in die Hände gefallen. 

Es handelt „Von Hexen und Zwergen, Teufeln und Geistern, Riesen, Kobolden und Wassernixen“ – also genau das Richtige für mich! ;-) Dabei fand sich nun eine recht interessante Sage die ich hier mal zitateweise wiedergeben möchte. 

Sie stammt aus Schleswig-Holstein, Friesland, unweit Ütersen, genauer beim Dorf Heist wo sich „sagenhaftes“ zugetragen haben soll. Ich habe den „Zierrat“ [also die mythologische Erklärung des Geschehens] dabei weggelassen und nur das Wesentliche herausgestellt:
„ […] Aber seit der Zeit zeigte sich… ein großes helles Licht in dunklen Nächten, viel größer als ein gewöhnliches Irrlicht und auch flackerte es nicht umher wie diese, sondern stand unbeweglich auf einer Stelle. Ein paar junge Bauern beschlossen endlich, es einmal näher zu untersuchen. An einem Abend, als sich das Licht wieder zeigte, gingen sie hinaus… da fuhr das Licht zischend empor und floh nicht, sondern kam gerade auf sie los. Voll Schreck ergriffen sie die Flucht und erreichten eben noch das Wirtshaus, als es ihnen ganz nahe auf den Fersen war; und da sie eben die Tür zugeschottet hatten, fiel ein so furchtbarer Schlag dagegen, dass sie vor Schreck niederfielen. Am andern Morgen fand man ein großes Hufeisen darauf eingebrannt…“. [S. 83f]
Die Überlieferung erinnert mich an die „quasiintelligenten“ Orbs [NEIN, ich meine jetzt nicht den esoterischen Mist mit den fotografierten Staubpartikeln!] die wir etwa aus Hessdalen / Norwegen kennen und die durchaus aktiv interagieren / reagieren können… Sollte ich mehr finden kommt es hinterher… Wer sich mit Paranauten beschäftigt wird wissen das zwei Aspekte immer wieder beschrieben werden, rotglühende Augen [in der Sagenwelt übrigens ein direkter Verweis auf Satan] und den Umstand das der / die Zeuge(n) „gebannt“ sind, sich oft nicht mehr bewegen können. In dem Zusammenhang ist eine Sage aus Bremen interessant:
Die Bremer Saake ist keineswegs… irgendein menschliches Wesen… sondern ein grauenhafter Spuk… […] Denn man kann der Saake nicht ausweichen, weil sie unsichtbar ist, außer das ihr Augenpaar in der Dunkelheit schimmert wie glühende Kohlen. Wer ihr aber einmal in die Feueraugen geschaut hat, dem ist es nicht mehr möglich zu entrinnen, seine Füße stehen festgewurzelt am Boden…“ [S. 130f]
Bisher bin ich immer davon ausgegangen das Sagen aus alter Zeit stammen, jedoch findet sich auch etwas aus dem Jahr 1914, ein Phänomen das mich an das „Sonnenwunder“ von Fatima erinnert. Als Ort wird Mecklenburg-Vorpommern angegeben:
So kurz um den Johannisabend 1914 sahen die Leute in der Nacht überm Lindenberger Hof eine ganz hellweiße, große Sonne. Die drehte sich wie ein Wagenrad ganz langsam weiter. Aber die Sonne war es nicht, die war schon untergegangen, und es war schon lang um Mitternacht. Der Mond war auch groß zu sehen. Auf einmal blieb die blanke Sonnchen stehen und platzte auf, dass die Funken nach allen Seiten stobten. […]“ [S. 239f]
Betrachtet man das Ablaufmuster von „Nahbegegnungen“ und Entführungen so schildern Zeugen immer wieder „unnatürlichen“ Nebel und kleine Wesen die oft als Entführer auftreten, das bekannteste Beispiel ist hier der Hill-Fall. Diese Aspekte wird auch in einer Sage aus Niedersachsen erwähnt:
Auf der obern Straße in Wulften wohnte ein Leinweber namens Mönch. Einst ging dessen Frau nach Osterode und nahm ihren anderthalbjährigen Sohn mit, den sie auf dem Rücken trug. Als sie in die Nähe von Schwiegerhausen gekommen war, erblickte sie in einiger Entfernung etwas, das wie Nebel aussah. Als sie näher gekommen war, stand mit einem Male ein kleines Männchen vor ihr, welches kein Wort sprach, ihr aber, ohne dass sie etwas gemerkt hätte, ihren Sohn vom Rücken nahm…“. [S. 255ff]
Die meisten UFO-Erscheinungen sind Lichter [„Klasse B“], die sich stellenweise zu massiven Objekten [„Klasse A“] „herausschälen“. Offenbar waren diese Lichterscheinungen auch in der Vergangenheit „aktiv“ wie eine Sage aus Niedersachsen / Gandersheim illustriert:
„… erschienen des Nachts, […] den Schweine- und anderen Hirten an dem Orte, wo das Gandersheimische Stift zu sehen, eine große Anzahl Lichter, welche die ganze Waldgegend sehr hell machten, worüber die Hirten bestürzt wurden und solches ihrem Hausherren und meister anzeigten, der es als ein großes Wunder ansah […] in der Mitternacht zeigte sich eine noch größere Anzahl von Lichtern auf eben der Stelle. Dies ward sogleich dem in der Nähe befindlichen Herzog Liudolf kund gemacht […]. Bei seiner Ankunft zeigten sich abermals die Lichter, so dass es schien, als wenn es heller Tag durch der Sonne Aufgang geworden wäre…“. [S. 270f]
Eine weitere Lichterscheinung soll sich am Höselberg / Thüringen abgespielt haben, auch hier ist das „Flugverhalten“ recht unkonventionell:
„… im Jahr 1398 am hellen Tag erhoben sich bei Eisenach drei große Feuer, brannten eine Zeitlang in der Luft, taten sich zusammen und wieder von einander und fuhren nun endlich alle drei in diesen Berg.“ [S. 522]
Vor einer Weile habe ich auf einem meiner alten Blogs einen recht bizarren Fallbericht veröffentlicht der von meinem Kollegen Peter Kleinschmidt untersucht worden ist. Ein Radfahrer erlebte einen übergangslosen „Zeitriss“ von Tag zu Nacht. Sowas wird auch aus Böhmen überliefert:
„… geriet eine Bauersfrau im Eifer ihrer Pilzsuche in das Waldstück… fiel plötzlich die Nacht ein, ohne dass es eine Dämmerung gegeben hätte. Der Frau wurde sehr ängstlich zu Mute, sie versuchte verzweifelt die Richtung in das Dorf zu finden…“ [S. 753]
Unheimliche Begegnungen mit „Paranauten“ legen nahe dass die Wesen nicht wirklich materieller Natur sind, da sie alle physischen Barrieren mit Leichtigkeit zu überwinden vermögen. Das war offenbar auch „früher“ so wie eine Sage aus dem Schwarzwald illustriert:
Einem zehnjährigen Mädchen aus Durlach erschien eine Zeitlang täglich ein schwarzer Mann, der oft aus einer Zimmerwand hervorkam und, ohne etwas zu reden, ihm überall hin folgte.“ [S. 831]
Bei Sagen muss immer unterschieden werden zwischen dem erlebten oder nur erdachten Ereignis und der Interpretation. Im nächsten Beispiel aus dem Schwarzwald fällt eine nackte Frau vom Himmel, das ist das Kernelement. Der Exegese nach handelte es sich bei ihr aber um eine „Hexe“. Da wir nichts Weiteres über die „Abgestürzte“ erfahren können wir nur spekulieren:
„… ging ein Markgraf mit einem Hofherrn in der Morgendämmerung aus dem Raststatter Schloß auf die Jagd. Als sie vor die Stadt kamen… hörten sie etwas Schweres in ein nahes Gebüsch fallen. Als sie dort nachsahen, fanden sie eine nackte Frau aus Rastatt… die … aus der Luft herabgefallen war“. [S. 836]

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