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Freitag, 30. Oktober 2015

Thomas J. Carey & Donald R. Schmitt
Im Inneren der wahren Area 51
Kopp Verlag

“Es existiert eine Schattenregierung mit einer eigenen Luftwaffe, einer eigenen Marine, eigenen Mechanismen zur Beschaffung von Geldern und der Fähigkeit, eigene Ideen von nationalem Interesse ohne Prüfung und Bilanzierung unter Außerachtlassung gesetzlicher Bestimmungen zu verflogen”  
(US-Senator Daniel Inouye †)


Glaubt man der Roswell-Legende, so wurde die 1947 in Neu-Mexiko abgestürzte Untertasse, und mit ihr die Piloten, auf der Wright-Patterson Air Force Base (kurz Wright-Patt) in Dayton, Ohio, „endgelagert“. 

Mit diesem „Endlager“ beschäftigen sich die Autoren Carey & Schmitt, es geht in dem Buch also nicht um den unmittelbaren Crash, sondern die Zeit „danach“, auch hat der Inhalt absolut nichts mit der Area 51 in Nevada zu tun, wie der Titel vielleicht suggerieren könnte!

► Was mich am Inhalt des Buches erstaunt hat, war die Nachlässigkeit mit der man auf Wright-Patt mit den UFO-Fragmenten und „Alienleichen“ umging/umgeht. Auf Seite 46 etwa erfährt man, dass ein Stahlbaumonteur in einer unterirdischen Anlage arbeiten musste, in der sich sowohl die Untertasse, als auch die Ufonautenkadaver befanden!

Und ab Seite 137 wird illustriert wie eine „Teilzeitsekretärin“ namens June Craine (die auf dem Stützpunkt zwischen 1942 und 1952 lediglich 3mal tätig war) nicht nur Informationen über die „Außerirdischen“ erhielt, sondern gleichzeitig auch noch ein Metallteil der Untertasse gezeigt bekam. Wer also die Staatsgeheimnisse der USA ausspionieren möchte, sollte sich an die Sekretärinnen halten!

In diesem Kontext geht es munter weiter – Personen die in technischen Belangen nicht dienlich sein konnten wurde, aus welchen Gründen heraus auch immer, dass größte Geheimnis der USA offenbart. Selbstverständlich wurde dieser Personenkreis dann angehalten Stillschweigen zu bewahren, dieses Prozedere hätte man sich aber ersparen können, wenn man einfach darauf verzichtet hätte Uneingeweihte grundlos einzuweihen!

► Die meisten Zeugenaussagen die veröffentlicht wurden sind anonym, man erfährt also nichts über Hintergrund und Leumund der Informanten, man muss den Ufologen einfach glauben, dass diese Personen existiert und wahrheitsgemäß ausgesagt haben – mit solchen „Phantomzeugen“ lässt sich tatsächlich jedes Szenario begründen.

Offenbar ist aber nicht jeder „Zeuge“ auch wirklich einer. Der Franzose Dr. Jean Gilles etwa, soll auf Wright-Patt zwei Alienleichen gesehen haben, wusste bei Nachfrage jedoch nichts davon (S. 287), selbstverständlich heißt es im Text er „bestritt […] die ganze Geschichte“, was suggerieren soll, dass er sich wegen der aufgebrummten Verschwiegenheitsklausel zurückhielt, statt zuzugeben, dass Roswell-Untersucher übereifrig waren und Zeugen „erschufen“ die es gar nicht gibt! Lügen tun bekanntlich immer nur die anderen…

► Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass die UFO-Technik der unseren so weit überlegen ist, dass sie auf uns „magisch“ wirken müsste, etwa so wie ein Hologramm auf einen Neandertaler. Doch offenbar habe ich mich geirrt!

Bekanntlich hatte das Material der Roswell-Untertasse ein Formgedächtnis („Memory-Metall“ - wenn es zerknüllt wurde nahm es wieder seine alte Struktur an), war unkaputtbar (man konnte es weder zerkratzen noch zerschneiden) und extrem leicht.

Der US-Ufologe Anthony Bragalia stellte sich die Frage, ob das Material nicht im Rahmen der technischen „Rückwärtsentwicklung“ („Reverse-Engineering“) Einzug in die „irdische“ Technologie gehalten haben könnte und bei dieser Suche wurde er fündig. Er entdeckte Nitinol:

[…] ein Amalgam aus Nickel und Titan mit Formgedächtniseigenschaften ähnlich denen, wie sie von Roswell-Zeugen beschrieben wurden. Nitinol ‚merkt sich’ seine Originalform und kehrt zu dieser zurück, wenn es eingedrückt wird. Es besitzt eine Ermüdungsfestigkeit, hat ein geringes Gewicht, besitzt eine Farbe ähnlich Aluminium und vermag der Einwirkung mittels Brennschneider standzuhalten“. (S. 86)

Signifikant ist, dass dieses Material bereits Anfang der 1960ger Jahre erfolgreich getestet worden ist, also nur 1,5 Jahrzehnte nach dem UFO-Unfall! Wenn es also gelingt Alientechnologie so schnell zu kopieren, kann sie nicht weit fortschrittlicher als unsere sein! Nur wie gelingt es den Aliens mit dieser „primitiven“ Technologie die gewaltigen Distanzen im Universum zurückzulegen? 

Bragalia stellte über diverse Umwege fest, dass die „Initialzündung“ zur Entwicklung von Nitinol tatsächlich auf Aktivitäten von Wright-Patt zurückzuführen ist!

Die Sache wird aber noch kurioser: Bei einem Telefonat mit einem der Entwickler des Metalls namens Dr. Wang, stellte sich heraus, dass einer der „Materialprüfer“ der Löffelschreck und Gabelbieger Uri Geller war  - kein Witz des Rezensenten, siehe Seite 84!

Bekanntlich hatte der Israeli angeblich selber UFO-Begegnungen und nach seinen eigenen Angaben erhielt er seine „paranormale Gabe“ von „Aliens“ – ob da Zusammenhänge bestehen?

► Bizarr ist auch ein berichtetes „Extra“ an/über dem Roswell-UFO:

[…] wird das FBI informiert, dass die von Roswell nach Fort Worth AAF gebrachte Scheibe an einen Ballon angehängt gewesen und dann nach Übergabe an die 8th Air Force in Forth Worth, Texas, zur Analyse nach Wright Field verbracht worden sei.“ (S. 59)

Ein UFO mit Ballon? Das erinnert an die Experimente mit japanischen Fugos und deutschen Horten, über die der britische Forscher Nick Redfern geschrieben hat - siehe meinen Artikel zum Thema!

► Dubios ist auch die Rolle von J. Allen Hynek, auf dessen schlampige „Recherchearbeit“ ich hier eingegangen bin. Nach neuen Informationen hat er auch nach seiner offiziellen Tätigkeit für/bei BLUE BOOK für das Militär gearbeitet, von 1977 an, für vier Jahre! Und zwar für die „Foreign Technology Division“ auf Wright-Patt!

Alternativen?!

Während ich das Buch gelesen habe, kamen mir die Zeugenschilderungen (zumindest jene von namentlich bekannten Personen) immer so vor, als seinen die Menschen in eine „Inszenierung“ geraten. 

Als habe es jemand darauf angelegt das geschrottete „UFO“ und die „Aliens“ herzuzeigen und die verdutzten Personen dann zum Schweigen zu verdattern, wohlwissend dass es echte Verschwiegenheit nicht geben kann!

Tatsächlich scheint es eine solche Desinformationskampagne bereits 1950  gegeben zu haben. Zwei „Einflüsterer“ berichteten dem Variety-Kolumnisten Frank Scully davon, dass eine Unterasse in Aztec, Neu-Mexiko, abgestürzt sei, die Reste / Fragmente / Leichen, seien dann nach Wright-Patt geschafft worden. Scully schrieb ein Buch zum Thema, jedoch stellte sich heraus, dass er Opfer eines Betruges geworden war (S. 40). 

Offenbar wurde dieser Betrugsversuch später entweder aufgenommen, oder weitergeführt! Was zeichnet Wright-Patt eigentlich aus? Auf jeden Fall hat man sehr von der Operation „Paperclip“ profitiert, damals wurden deutsche Techniker in die USA geschafft um deutsche Entwicklungen fortzuführen – ähnliche Unternehmungen liefen auch in der UdSSR. Daneben findet sich dort auch der Nachlass von Nikola Tesla!

Merkwürdig, im Dritten Reich beschäftigte man sich mit scheibenförmigen Flugkörpern und auch Tesla konzipierte in die Richtung und dann „landen“ auch noch die Reste eines scheibenförmigen Vehikels mitsamt seiner Bruchpiloten aus dem All ausgerechnet dort… 

Resümee

An die Offizielle Tarngeschichte (Mogul) der US-Regierung glaube ich nicht. Zuzeiten des Kalten Krieges und davor gehörte Spionage zum Tagesgeschäft, ständig wurden irgendwelche Spione enttarnt und aus einer ballongestützten „Aufklärungsaktion“ ein Geheimnis zu machen wäre schlicht absurd gewesen.

Fakt ist aber, dass „etwas“ sensibles, hochtechnologisches tatsächlich zu Bruch gegangen ist, etwas dass der zeitgenössischen Technologie nur ein paar Jahrzehnte voraus war – siehe das Metall mit eingebauten Gedächtnis, meiner Meinung nach irdische Technologie, die mit dem „Kicherfaktor“ geschützt werden sollte, welcher die „UFOs“ als „Fliegende Untertassen vom Mars“ schon seit Jahrzehnten begleitet!

Egal welcher Ansicht man ist, wenn man das Buch kritisch liest und nicht jede gereichte Anekdote als Beweis nimmt, ist es eine gute Materialsammlung zum Thema „UFO-Crash in Roswell“, wesentlich besser als die meisten zum Thema gereichten Traktate die ich sonst in meinen Bücherschränken stehen habe! [gebunden, 336 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 987-3-86445-224-6, 19€95]

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