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Freitag, 30. Oktober 2015

Wechselbalg & Hybrid


Eine der heute populärsten Erklärungsmöglichkeiten für das UFO-Phänomen und die Abductions [Entführungen] ist, dass es sich hierbei um einen großangelegten gentechnischen Eingriff durch Außerirdische handelt. 

Gerade die „quasisexuellen“ Manipulationen an den Entführten führen zu solchen Spekulationen. Abduzierten [also Entführten] wurden an Bord der Objekte Eizellen bzw. Spermaproben entnommen und, was das Phänomen besonders anschaulich werden lässt: 

Den potentiellen „Opfern“ wurden Wesen gezeigt die menschenähnlich waren und zu denen die Entführten eine emotionale Zuwendung verspürten. Scheinbar waren diese Wesen Hybride [von hybrid – lateinisch für zweierlei Herkunft]. Glaubt man den Aussagen der Entführten waren sie die „Eltern“ eben jener Kreaturen, die dort vorgeführt wurden. 

Bei solchen Berichten stellt sich natürlich auch immer die Frage nach der Qualität der Information. Das die zahlreichen Zeugen tatsächlich davon überzeugt sind, eben diese Hybriden gesehen zu haben steht außer Frage, doch sind wir uns nicht sicher, wie „real“ diese Erinnerungen sind bzw. sein können. 

Das heißt, vielleicht haben wir es hier ja mit „induzierten“ Erinnerungen zu tun, vielleicht spielte sich effektiv etwas völlig anderes an Bord der Objekte ab – womöglich haben wir es hier nur mit „Deckerinnerungen“ zu tun, um so den Eindruck eines „genetischen Interesses“ zu bewirken. 

Es kann aber auch ganz banal sein, etwa, dass die bei den Hypnose-Regressionen gewonnenen Informationen verfälscht, sprich suggeriert, worden sind. Doch, ob nun ein echtes Interesse an einer „Hybridisierung“ besteht oder nur vorgegaukelt wird, das Phänomen an sich scheint schon sehr alt zu sein. 

Gerade bei historischen Berichten tauchen immer wieder kleinwüchsige Wesen auf, die „Wechselbälger“ gegen die leiblichen Kinder der Menschen austauschen. Betrachten wir nun zum Vergleich die Berichte von Hybriden und Wechselbälgern. Der amerikanische Forscher Budd Hopkins hat einige Berichte zusammengestellt, in denen die Betroffenen über ihre Erlebnisse berichten. So schreibt eine Entführte [„Kathy“]:
“ ... und dann kam ein kleines Mädchen in den Raum ... begleitet von zwei weiteren Wesen, Frauen. Und sie standen im Türrahmen ... Sie sah aus wie eine Vierjährige ... Und sie sah nicht aus wie diese Männer, aber auch nicht wie wir. Sie war sehr hübsch; wie eine Elfe oder ein ... Engel. Sie hatte große blaue Augen und ein winziges, perfekt geformtes Näschen. Und auch ihr kleiner Mund war perfekt, und sie war blass; nur die Lippen waren rosa und die Augen blau. Und sie hatte weißes, wuscheliges, dünnes Haar ... feines Haar. Ihr Kopf war ein wenig größer als gewöhnlich, besonders an der Stirn ... aber sie war ein richtiges Püppchen. Und sie haben sie zu mir gebracht. Und dann haben sie dagestanden und mich angesehen. Alle haben sie mich angesehen. Und ich konnte den Blick nicht von ihr losreißen und wollte sie in die Arme nehmen. Sie war so hübsch, und ich wollte sie an mich drücken.“
Eine andere Zeugin [„Susan“], ist in der Beurteilung dessen, was sie da zu sehen bekommt nicht so sehr angetan, was auch daran liegen könnte, dass das kleine Wesen noch ein Säugling ist und die „Alienmerkmale“ besonders prägnant hervorstechen:
“ ... sie ist viel zu klein. Aber nicht wie ein Embryo. Die Haut ist sehr dünn ... sehr dünn, dünner als ... Seidenpapier ... wie bei einem Neugeborenen. Aber noch viel dünner. Extrem dünn. Das Merkwürdige ist, dass ihre Proportionen keine Babyproportionen sind. Bei einem Embryo ist der große Kopf das Auffälligste. Das ist das Seltsame: Sie ... „Es“ wäre wohl passender ... hat die Proportionen eines Erwachsenen ... eines Mini-Erwachsenen. Ich habe einen Pulsschlag gesehen ... an ihrem Hals, über dem Schlüsselbein. Jetzt sehe ich ihr Gesicht. Na so was! Ihre Gesichtszüge ziehen sich im unteren Teil zusammen ... sie sieht ziemlich alt aus. Hm, sie hat keine gesunde Hautfarbe ... überhaupt nicht babyrosa. Es ist eine seltsame ... graue Blässe. Wenn ich es mir so betrachte, ist es eher abstoßend. Die Gesichtszüge ... Ich kann die Augen nicht sehen ... doch, ein wenig. Sie hat Augen. Es weist alles nach unten. Der Kopf verjüngt sich zum Kinn. Alles ist irgendwie verkleinert. Ich habe es ... vorsichtig mit einer Hand hochgehoben und den Kopf mit den Fingern gestützt. Sehr, sehr leicht. Dieses Baby wiegt nicht einmal ein Pfund. Nicht sehr robust“.
Auch bei einer andere Frau [„Pam“] rührten sich keine mütterlichen Instinkte beim Anblick des Wesens:
“Auf den ersten Blick, sah das Baby aus, wie ein neugeborenes Lämmchen. Wie es da so lag, ein winziges Ding mit dünnen Beinchen. Und als ich es aufhob, war es ein Baby. Aber es sah bemitleidenswert aus: Irgendwie halb Mensch und halb ... was es vorher war, mit spindeldürren Beinchen. Und die Haut ist weiß ... und so dünn, fast durchsichtig ... und ich habe das Gefühl, ich könnte ihm problemlos die Haut abziehen. Es ist unheimlich ... und ein wenig abstoßend. Es lebt, aber es ist irgendwie ... na ja, es sieht fast wie ein Skelett aus. Es hat einen großen Kopf und liegt nur so da ... und die Beine sind so dünn, als wären keine Knochen drin. Es ist nicht richtig proportioniert. Es hat einen sehr kleinen, fast eckigen Körper und lange Beine und Arme. Und es hat kein Fleisch auf den Knochen. Das einzig schwere scheint der Kopf zu sein“.
Budd Hopkins fasste die Berichte zusammen: Obwohl die drei Frauen leicht voneinander abweichende Beschreibungen des Kindes abgegeben haben, sind viele der Übereinstimmungen bemerkenswert. Susans Baby hat eine Haut, „dünner als Seidenpapier“, während die Haut des Kindes, das Pam gesehen hat, „fast durchsichtig ist“, was Pam „ein wenig abstoßend“ findet. 

Das winzige Baby, dass Susan beschreibt, zeichnet sich durch eine „seltsame graue Blässe“ aus und wirkt auf Susan bei näherer Betrachtung „eher abstoßend“. Die Arme sind ebenfalls „winzig“, und die Proportionen beider Babys werden als abweichend von der Norm beschrieben. Alle drei Frauen erwähnten das geringe Gewicht dieser Kinder; ein Gewicht, das weit unter dem normaler Säuglinge liege. Und alle bezeichneten die Babys als „nicht gesund“. [Quelle: Budd Hopkins, Eindringlinge, Kellner Verlag.] 

Wie bereits einleitend erwähnt, tauchen die gleichen Elemente auch in historischen Texten auf. Auch da ist die Rede von „wundersamen“ Zwergen, Entführungen und untergeschobenen „Kindern“. Natürlich fällt die „Exegese“ im zeitgemäßen Umfang aus, doch die Grundelemente sind leicht zu entdecken:
„Im Samland lebte einst eine Frau, die ein schönes Kind gebar. Eines Tages schlief sie neben ihrem Kind ein, da schlich leise ein Untererdchen [die lokale Bezeichnung für „Zwerge“] ans Bett und tauschte sein Kind gegen das der Frau aus. Als die Mutter erwachte, erschrak sie nicht wenig über den großen Kopf des Kindes, das sich gar nicht beruhigen wollte und unaufhörlich schrie. [...] In ihrer Angst lief die Frau nun zu ihrer alten Muhme und erzählte ihr alles. Die wiegte dabei den Kopf bedächtig hin und her und meinte „Meine Tochter, Das ist nicht dein Kind! Es ist ein Wechselbalg!“ Dann sagte sie der Frau leise, ganz leise etwas ins Ohr. Die Mutter ging nach Hause und heizte den Backofen ein, dass er ganz glühend wurde. Dann nahm sie das Kind aus der Wiege und stellte sich vor das Ofenloch, holte ordentlich aus und rief laut: „Ich schmiede!“ In demselben Augenblick erschien das Untererdchen und bat kläglich, sein Kind zu verschonen. Es brachte der Mutter ihr richtiges Kind zurück, ergriff das seine und verschwand mit ihm.“ [Quelle: C. Hinze & U. Diederichs, Ostpreußische Sagen, Diederichs Verlag].
Diese Sage enthält ein interessantes und vertrautes Muster. In der Nacht tritt ein zwergenhaftes Wesen auf, entführt ein Kind und hinterlässt einen potentiellen Hybrid mit großem Kopf an seiner statt. Erst die Gewaltandrohung [die mythologischer Zierrat sein kann] führt zum geisterhaften Erscheinen des „über-unterirdischen“ Wesens. Vielleicht hinterließ man früher tatsächlich die hybriden Wesen der „Leihmutter“, doch die angedrohte Gewalttätigkeit beendete diese Versuche. Ähnliches vernehmen wir auch aus einer anderen Überlieferung:
“In Hohenfelde [Kreis Lauenburg] war alles mit der Roggenernte beschäftigt. Unter den Binderinnen befand sich auch eine Tagelöhnerfrau, welche ihren ältesten Jungen, der aber noch nicht gehen konnte, mit auf das Feld genommen hat, während sie arbeitete, hinter eine Roggenmandel gesetzt hatte. Plötzlich hörte sie einen lauten Schrei, eilte zu ihrem Kinde hin und fand dort allerdings einen Jungen sitzen, aber ihr Sohn konnte es nimmermehr sein. Der sah hübsch und manierlich aus, während das Kind, das jetzt dasaß, einen ungeheuer großen Kopf hatte und sicherlich ein Wechselbalg war.“
In ihrer Not fragte die Frau nun wieder um Rat und auch ihr wurde geraten, mit Gewalt auf das Wesen einzuschlagen und abzuwarten was geschieht:
„Jetzt kehrte sie wieder zurück. Da erscholl plötzlich ein Geräusch, als wenn ein Sturmwind käme, der Wechselbalg verschwand, und an seiner Stelle kam der Sohn der Frau aus dem Roggenhaufen zum Vorschein.“ [Quelle: Siegfried Neumann, Sagen aus Pommern, Diederichs Verlag].
Seltsames muss sich in der Vergangenheit abgespielt haben und abermals begegnet uns ein vertrautes Muster. Statt des leiblichen Kindes findet die Frau einen offensichtlich unschönen „Großkopf“ vor, der unter mysteriösen Umständen [„ein Geräusch als wenn ein Sturmwind käme“] wieder verschwindet. In einer anderen Sage können wir erfahren, dass eine Frau aus dem Orte Kupferstuhl ebenfalls einen solchen Wechselbalg vorfand:
“Sie aber resolvierte sich kurz, fasste den unfältigen Dickkopf bei den kleinen Beinen, riss ihn vom Lager und hieb drauf los ...“ Mit dem Erfolg, dass sie ihren eigenen Sohn zurück erhielt.“ [Quelle: Paul Quensel, Thüringer Sagen, Diederichs Verlag.]
Interessant ist hier übrigens noch der Hinweis auf die „kleinen Beine“, des Wesens, die auch von den entführten Frauen, deren Berichte von Budd Hopkins untersucht worden sind, beschrieben wurden. Die Beispiele könnten sich fast endlos aneinander reihen lassen, in jeder Region ist das Motiv bekannt. 

Der Sagenkundler Professor Leander Petzoldt umschreibt den Wechselbalg: “ein untergeschobener bzw. vertauschter Säugling, der sich durch seine Hässlichkeit, Unförmigkeit, Unersättlichkeit und Zurückbleiben in der Entwicklung auszeichnet“. Der damals angenommene „Erzeuger“ sei der Satan gewesen, über den es heißt:
“Etliche Mägde reißt er [der Satan] oftmals ins Wasser, schwängert sie und behält sie bei ihm, bis sie des Kindes genesen, und legt dernach dieselben Kinder in die Wiege, nimmt die rechten Kinder daraus und führet sie weg“. [Quelle: Leander Petzoldt, Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister, Beck’sche Reihe.]
Wenn man also das Erzähl- und Ablaufmuster dieser Geschichten zusammenfasst muss man feststellen, dass es um „Genetik“ geht – also die Vermischung zweier unterschiedlicher Spezies. Wenn man sich die historischen Überlieferungen betrachtet, wird auch die „Erklärung“ gleich mit angeboten – es geht um eine „Auffrischung“ des Bestandes bei den uns unbekannten Protagonisten. 

Dieses Muster findet sich bei den Überlieferungen über Feen, Kobolde/Zwerge, Wassermänner usw. Heute sind es potentielle „Aliens“ aus den fernen Regionen des Universums. Unter diesem Blickwinkel ergeben sich meiner Meinung nach drei Möglichkeiten, die das Phänomen erklären könnten: 

1. Sowohl die Berichte über Hybride, als auch die Überlieferungen über den Wechselbalg beruhen auf Einbildung und die Parallelen sind rein Zufällig. Es muss also eine abstrakte – bisher unentdeckte – psychologische Erklärung für diese Reporte geben. 

2. Eine unbekannte, scheinbar „biologische“ Spezies mischt sich bereits seit langer Zeit mit der Menschheit – die Hybriden wären somit Mischwesen zwischen uns und den „Anderen“ womit sich die Frage stellt, wer oder was die „Anderen“ sind. Damit erklärt sich dann auch die „Allgegenwart“ des UFO-Phänomens und der Alienkontakte, als auch die biologischen Ähnlichkeiten zu „uns“. Letztlich passt sich die Spezies uns an, was die Menschenähnlichkeit der Entitäten erklären würde. 

3. Eine uns unbekannte Intelligenz greift alte, folkloristische Elemente auf um sich zu tarnen, um ihre eigentlichen Ambitionen hinter einer „Maske“ zu verschleiern. Womöglich spiegelt diese „Maske“ lediglich das wieder was wir kennen und erwarten. 

Das würde auch die signifikanten Ähnlichkeiten in der „Alienanatomie“ erklären: Die heutigen „Greys“ sind die damaligen „Graumännlein“. Die „Reptoiden“ entsprechen den „Wassermännern“ und die verführerischen weiblichen Aliens an Bord der Objekte entsprechen ganz gut unserem Bild von Feen oder Elfen. 

Am faszinierendsten ist sicherlich, dass die eigentliche „Struktur“ der Geschichten immer die gleiche bleibt und das durch die Jahrhunderte hindurch. Zwar ist die Exegese, also die Deutung dessen was geschieht, immer dem jeweiligen kulturellen und zeitlichen Kontext angepasst, doch das Kernelement ist und bleibt das gleiche. 

Das wiederlegt zum einen die oft vorgebrachte „Schwindelhypothese“, stellt jedoch aber auch die Frage in den Raum, aus welchen Gründen heraus, sich eine angenommene „Fremdintelligenz“ immer aufs Neue „Wiederholen“ muss. Wieso dauert die „biologische Mission“ nur so lange und aus welchen Gründen wird so rückschrittlich gearbeitet? 

Ein paar Hautzellen reichen doch völlig um die menschliche DNS zu extrahieren. Wieso müssen Menschen erst so umständlich „entführt“ werden, wozu die Entnahme von Eizellen und Sperma? Ist also dass medizinische Prozedere incl. der Hybriden lediglich Blendwerk? Verfolgt die Intelligenz hinter dem UFO-Phänomen dann vielleicht ganz andere Ziele?

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