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Samstag, 24. Oktober 2015

Wenn Foo-Fighter das Kriegsbeil ausgraben…


In der Regel geht man heute davon aus, dass das UFO-Phänomen eine relativ moderne Erscheinung ist, die ihren Anfang 1947 mit der Sichtung von Kenneth Arnold nahm. Doch gab es bereits wenige Jahre zuvor – während des Zweiten Weltkrieges – vergleichbare Vorfälle über den Schlachtfeldern Europas und Asiens. 

Da das Akronym ‚UFO’ damals noch nicht ‚geboren’ war [‚kreiert’ von Edward J. Ruppelt wurde es erst 1956 von der U.S. Air Force eingeführt], bezeichnete man die Objekte als ‚Foo-Fighter’. 

Der Erfinder dieses Begriffes war ein amerikanischer Officer mit dem Namen Charlie Horne, ein ausgesprochener Comic-Fan. Der Ausdruck ist einer Comic-Serie namens ‚Smokey Stover’ entlehnt, in der es um einen nicht ganz ‚dichten’ Feuerwehrmann ging der mehr Schaden anrichtet als vor seinem Einsatz entstanden ist. 

Im Jahr 1938 erschien ein Band mit dem Titel ‚Smokey Stover the Foo-Fighter’, wobei ‚Foo’ eine Verballhornung des französischen Begriffes ‚Feu’ für Feuer ist. Also sind die ‚Foo-Fighter’ eigentlich ‚Fire-Fighter’, doch ist der Begriff im Amerikanischen schon anderweitig vergeben, ergo blieb man beim ‚Foo-Fighter’. 

Damit war tatsächlich die ‚feurige’ Erscheinung der Objekte recht gut umschrieben, denn zumeist handelte es sich um ‚Feuerkugeln’ oder ‚Lichtbälle’ die zu Anfang des Krieges als ‚Phänomen’ bezeichnet wurden. Wobei jedoch darauf hingewiesen werden sollte, dass man alle ‚Anomalien’ in der Luft als ‚Foo-Fighter’ ‚katalogisierte’, auch Objekte von metallischem oder strukturiertem Aussehen. 

Das amerikanische ‚Bomber Command’s Operational Research Section’ unterteilte die Erscheinungen in drei Kategorien: 

▪ Objekte mit einem geschätzten Durchmesser von 50-60 Fuß, die vom Boden aufgestiegen sind ohne eine Rauchspur zu hinterlassen und in verschiedenen Farben leuchteten während sie Bomber & Jäger ‚begleiteten’ bzw. umkreisen. Man dachte hier anfänglich an eine neue deutsche Geheimwaffe zur psychologischen Kriegsführung. 

▪ Leuchtsignale | Flares die sich bereits über dem Gebiet aufgehalten haben in das die Bomber einflogen. Bei diesen wurde die Möglichkeit ins Spiel gebracht das es sich um Leuchtmunition handelte die an Fallschirmen herab glitt – womöglich zur Unterstützung der Flugabwehr. 

▪ Kleine Lichtbälle, an sich die miniaturisierte ‚Ausgabe’ der ‚großen’ Foo-Fighter, die oft in ‚Clustern’ – bis zu 15 Objekte am Stück – Bomber und Jäger verfolgten. Obwohl diese ‚Phänomene’ im gesamten Kriegsgebiet beobachtet wurden, lag der Schwerpunkt in Deutschland und den Niederlanden, hier vor allem über Mannheim und Darmstadt. 

Signifikant sind auch die zahlreichen Berichte aus Italien und der ‚Kanalzone’ zwischen UK und dem europäischen Festland, dort stiegen sie scheinbar direkt von der Wasseroberfläche auf! Dabei erwiesen sie sich auch als ausgesprochen widerstandsfähig, da die Bordschützen in den Militärfliegern ganze Magazine auf sie abfeuerten, ohne das sich auch nur der geringste ‚Erfolg’ zeigte. 

Offenbar waren die ‚Feuerkugeln’ masselos, da in vielen Fällen die Projektile einfach durch sie hindurchgingen, auch tauchten sie nicht auf den Radarschirmen auf. Etwas merkwürdig ist der Umstand, dass kurz vor der ‚Ardennenoffensive’ der deutschen Wehrmacht es im Aufmarschgebiet zu einer verstärkten Aktivität der ‚Feuerflieger’ kam, so als wüssten die ‚Betreiber’ der Vehikel das sich dort bald etwas signifikantes abspielen sollte bei dem man als ‚Zaungast’ fungieren kann. 

Wie bereits erwähnt wurden nicht nur feurige Lichtbälle beobachtet, sondern alle möglichen Formen, die wir heute auch aus der Gegenwart kennen: Zylinder mit vermeintlichen ‚Fenstern’, metallische Kugeln, tropfen- und scheibenförmige [‚silver discs’] Objekte. Gerade die ‚Scheiben’ präsentierten sich auch in einer uns heute kaum bekannten Form: 

Viele kleine Objekte, die in einem ‚Cluster’ zusammengefasst Militärmaschinen begleiteten, dabei jedoch nie durch feindliche Handlungen auffielen – ein Aspekt der für alle ‚Foo-Fighter’ Berichte zutrifft und letztlich auch gegen die Hypothese spricht, es handele sich hierbei um eine ‚Geheimwaffe’ des ‚Dritten Reiches’ [von der unkonventionelle Form und Flugdynamik der ‚Besucher’ mal ganz abgesehen, die wir auch heute nicht nachkonstruieren können]. 

Über Bologna beobachtete 1945 eine Bomberbesatzung am Himmel drei Lichter die zu einem Dreieck angeordnet waren und nach kurzer Zeit plötzlich verschwanden. Dieser frühe ‚Triangel-Report’ erinnert natürlich an die Sichtung vergleichbarer Objekte in ganz Italien in den 30ger Jahren, die angeblich – im Auftrage des faschistischen Diktators Mussolini - untersucht worden sein sollen. 

Ein weiterer signifikanter italienischer Fall – diesmal jedoch mit Zeugen am Boden - spielte sich bei Loreto ab, wo sich im Sommer 1944 Einheiten der polnischen Exilarmee und die Wehrmacht gegenüberstanden. 

Über dem Schlachtfeld – zu der Zeit wurde gerade nicht gekämpft – erschien plötzlich ein funkelndes ‚metallisches Ei’, dass zuerst von der polnischen und dann von der deutschen Flugabwehr aufs Korn genommen wurde. Der ‚Besucher’ zeigte sich davon recht unbeeindruckt und flog nach einer Weile davon. 

In Japan bzw. Ostasien gab es 302 gemeldete Sichtungen durch 140 Flugzeugbesatzungen der Alliierten. In der Regel dauerten die Sichtungen zwischen zwei und fünfzehn Minuten. Die Objekte ähnelten ihren europäischen ‚Gegenstücken’. 

Der einzige Unterschied bestand darin, dass bei einigen Sichtungen Foo-Fighter mit Flügeln beobachtet worden sind, die an den Flügelspitzen kleine Lichter hatten. Keines der Objekte tauchte aber auf Radar auf. 

Ähnlich wie bei den Fällen in Europa gab es auch in Asien einen ‚Hotspot’ in dem sich die Berichte häuften. Die Inselgruppe Nansei Shoto vor Okinawa war berühmt-berüchtigt für Foo-Fighter-Aktivität und bizarre ‚Radaranomalien’. 

Im Sommer 1945 etwa lag ein amerikanisches Kriegsschiff als Geleitschutz vor den Inseln. Plötzlich tauchten auf Radar 200 bis 300 Objekte auf die das Schiff mit 700 mph anflogen. Die Objekte teilten sich dann in zwei Gruppen auf und kreisten es ein – eine klassische japanische Kriegstaktik. Zwei Kampfjets die man zur Aufklärung in die Luft geschickt hatte, konnten aber nichts ausmachen. 

Interessant ist übrigens auch, wer an der Ermittlung der ‚Luft-Phänomene’ bei der US-Armee beteiligt war, zwei Personen ragen hier besonders hervor: 

Zum einen Howard P. Robertson [damals beim ‚Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force’, kurz SHAEF] der Jahre später das ‚Robertson-Panel’ verbrochen hat, eine staatliche Initiative – ‚angeleitet’ durch die CIA - die zu dem Ergebnis kam, dass das UFO-Phänomen in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht werden muß und durch die ‚Aufklärung’ von Einzelfällen der Eindruck zu vermitteln ist, es gäbe gar nichts ‚Unerklärliches’, was in der Form auch vom Projekt 'Blue Book' umgesetzt wurde! 
[Eine ähnliche Aktion die heute übrigens auch von deutschen UFO-Skeptikern betrieben wird, die die Öffentlichkeit im Rahmen diverser Presseauftritte gezielt belügen und suggerieren das sich alle UFO-Meldungen aufklären ließen und lediglich auf ‚Ballonen’ beruhen]. 
Unterstützt wurde er dabei auch von zwei Wissenschaftlern mit denen er bereits zu Zeiten des Krieges ‚Foo-Fighter’-Reporte untersucht hat: David Griggs und Luis Alvarez! Robertson erhielt neben Zeugenaussagen und Protokollen auch Filmaufnahmen und Bilder der Objekte – die übrigens nie veröffentlicht wurden! - kam aber zu keiner Lösung des Phänomens. 

Zum anderen General James H. Doolittle, der sich auch nach dem Krieg noch mit ähnlichen Phänomenen in Schweden beschäftigte, die dort ab 1946 als ‚Ghost Rockets’ den Luftraum ordentlich durcheinander wirbelten, aber an sich eine gesamteuropäische Erscheinung waren – es lagen auch aus anderen Staaten Meldungen vor. 
[Besonders kurios an diesen Fällen war übrigens der Umstand, dass die UFOs von einst in den skandinavischen Seen ‚wasserten’ und dabei spurlos verschwanden, so als haben sie sich dort ‚aufgelöst’. Zumindest erbrachte die – vom Militär und staatlichen Stellen geleitete Suche – keinen Erfolg, sprich Fund. Man warf der UdSSR vor von gefangenen deutschen Ingenieuren gebaute V2 in der Gegend herumzuschießen, doch fand sich nie ein Wrack.] 
Eine weitere, erfolglose, ‚Foo-Fighter’-Untersuchung führte das amerikanische ‚Office of Strategic Services’ [kurz OSS] durch. Man vermutete dass es sich bei den Objekten um deutsche Geheimwaffen handelt, fand jedoch keine Belege dafür. 

Später konzentrierte man sich verstärkt auf die ‚Vergeltungswaffen’ [V1 & V2]. Bereits 1943 | 1944 versuchte die britische RAF [Royal Air Force] im Rahmen des ‚Massey Project’ eine Erklärung für die Phänomene zu finden, scheiterte aber auch wie später die amerikanischen Anstrengungen. 

Resümee 

Die Foo-Fighter des Zweiten Weltkrieges unterscheiden sich in keiner Form von den ‚modernen’ UFOs, denn auch heute sind die damals beobachteten Formen schon in Erscheinung getreten. 

Der einzige Unterschied jedoch betrifft lediglich die ‚Nahbegegnungen’ und Humanoidenberichte. ‚Aliens’ ließen sich damals - aus nachvollziehbaren Gründen – nicht blicken, sonst sind die Reporte aber durchaus vertraut. 

Quelle 

Keith Chester, Strange Company – Military Encounters with UFOs in WWII, Anomalist Books, San Antonio | New York, 2007.

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