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Freitag, 30. Oktober 2015

Wurde Amerika in der Antike entdeckt?
Hans Giffhorn

Vielleicht wurden schon längst Artefakte gefunden, die antike transatlantische Kontakte (…) belegen könnten. Nur weiß die Öffentlichkeit bisher nichts davon, weil das bis heute verhindert wurde.“ (Hans Giffhorn)
Früher war die Prä-Astronautik die Avantgarde, heute jedoch sind es Forscher die querdenken, jedoch mehr oder minder zum Establishment gehören. 
Das liegt daran dass wir heute in der Prä-Astronautik die wahren Dogmatiker sitzen haben (die Zertrümmerung der „Atlantis-Hypothese“ durch die AAS etwa war so ziemlich das Dümmste was einfallen konnte, wenn man sich die nacheiszeitliche Entwicklung des Meeresspiegels und die diversen „versunkenen“ Städte in Indien und anderswo ansieht!) während heute viele „schulwissenschaftliche“ Forscher flexibler an die Sache herangehen und smarter mit Arbeitshypothesen jonglieren. 
Da fehlt auch jeder fanatische Unterton der vielen ET-Jüngern eigen ist… (Keine Kritik, nur ein Denkanstoß mit Vorschlaghammer!) In diesem Zusammenhang ist das Buch „Wurde Amerika in der Antike entdeckt?“ von Hans Giffhorn (Kulturwissenschaftler + Dokumentarfilmer) interessant, in dem er sich mit der (wirklich!) mysteriösen Chachapoya-Kultur (Erbauer der gewaltigsten Festungsanlage in Südamerika Kuelap) beschäftigt die im Nordosten Perus verortet ist (auf dieses Themenspektrum stieß der Autor kurioserweise bei der Suche nach einem scheinbar ausgestorbenen Kolibri – die Spezies erfreut sich zum Glück noch bester Gesundheit!). 
Die Mitglieder dieses Stammes zeichneten (zeichnen sich noch heute!) durch (für Indianerverhältnisse!) enorme Körpergröße (180cm +), blondes + rötliches Haar, Sommersprossen etc. aus – übrigens schon zu einer Zeit als sie den Spaniern (und vor ihnen den Inkas) erstmals begegnet sind. 
An sich müssen sie wie keltische Krieger gewirkt haben und setzten sich als schwierigste Gegner der Inka auch recht effektiv zur Wehr. Die Chachapoya-Kultur kam aus dem „Nichts“ und auch deren Baustil fand sich nirgendwo sonst (wenn man mal von vergleichbaren steinernen Hausrundbauten der Kelten in Irland + Spanien absieht). 
Die Inka gaben ihnen den Namen „Chachapoya“, was so viel wie „Nebelwaldkrieger“ | „Wolkenmenschen“ bedeutet. Die Anfänge werden auf etwa 400 n. Chr. datiert, da die Siedlungsgebiete jedoch archäologisch kaum erschlossen sind kann man „Überraschungen“ nicht ausschließen. 
Die höchste Bevölkerungsspitze wird auf 500.000 bis 1.000.000 geschätzt. Heute werden sie von den „reinrassigen“ Indios abfällig als „Gringuitos“ (kleine Gringos) bezeichnet. 
Kurioserweise verwahren sich die „echten“ Indios (und deren Vertreter innerhalb der Behörden und der staatlich geführten Wissenschaft in Peru) in ihnen europäische Einwanderer zu sehen die mit eigener Hochkultur glänzten. Solches wird als europäischer / nordamerikanischer „Rassismus“ gebrandmarkt – verrückte Welt wenn man sich die diversen Indiolegenden über die weissen Götter ansieht die das Wissen gebracht haben sollen - Viracocha / Quetzalcoatl & Co.! 
Was der Chachapoya-Kultur „fehlt“ sind ausgesprochene Pracht- und Repräsentationsbauten wie sie sonst von Königen „eingefordert“ worden sind. Das könnte auf „ursozialistische“ Charakterzüge hindeuten wie wir sie auch aus der (frühen) Donaukultur her meinen herauslesen zu können. 
Das Siedlungsgebiet hatte eine Ost-West Ausrichtung von 230 Kilometern und eine Nord-Süd Achse von 300 Kilometern. In diesem Zusammenhang ist auch dass Auftauchen der eurasischen Tuberkulose in Amerika interessant. Die ersten Spuren der Krankheit finden sich in Peru, in einem Zeitfenster von vor über 2000 Jahren – wer brachte sie auf den Kontinent? 
Auch der Hinweis auf die Handelsbeziehungen der Chachapoya bis hin an den Pazifik lädt zum spekulieren ein, vor allem wenn man etwas „weiter“ denkt und die Osterinsel mit ihren rothaarigen Moais (angedeutet durch die roten Steinaufsätze / Pukao) einbezieht - die übrigens auch über ausgesprochen unpolynesische Gesichtszüge verfügen – schafften es die Europäer auch bis dahin? 
Der Untergang der Kultur wurde von den Spaniern eingeleitet, weniger durchs Kriegswerk sondern durch Pocken, Masern + Grippe. 
Aufgrund der kulturellen Nähe (Tradition der Trophäenköpfe die Feinden abgeschlagen und ans Haus genagelt wurden, dekorativer Zierrat an Gebäuden, „Schlangenkult“, steinerne Rundbauweise der Hütten, der Gebrauch identischer Schleudern, „Gottheiten“ mit Hörnern bzw. Hornhelmen usw.) vermutet der Autor eine spanisch-keltische Einwanderungsbewegung, zuerst über den Atlantik, dann durch den Amazonas hindurch bis nach Peru. 
Als Beleg fanden sich Felszeichnungen und Reliefs von Tieren aus dem Amazonausraum, Skelett- und Pflanzenreste dortiger Arten usw. - man kannte also die Verbindungslinie zwischen dem Atlantik und dem Binnenland! 
Dabei erwähnt wird übrigens auch die Marajó-Kultur deren Siedlungsgebiet im Nordosten Brasiliens bei Belem liegt / lag. Diese gilt als die höchstentwickelte in der Region, Besiedlungsspuren finden sich für einen Zeitraum von 5500 Jahren! 
Am Amazonasnebenfluss Rio Guaporé, Grenze zu Bolivien, fand sich eine scheinbar antike „Streit- Kultaxt“ aus Messing mit Horntierkopf die eurasisch-antik wirkt. Da man Hornvieh vor Kolumbus nicht kannte kann es sich dabei durchaus um eine Hinterlassenschaft europäischer Einwanderer handeln. 
Resümee 
„Wurde Amerika in der Antike entdeckt?“ ist eines der aufregendsten Bücher zu „historischen“ Rätseln dass ich in der jüngeren Zeit gelesen habe – spannend geschrieben ist es noch dazu. 
Der Autor beschäftigt sich auch mit weiteren „Sekundärphänomenen“, vor allem im Brasilien, die sich durch europäische Siedler erklären lassen (etwa hochgewachsene blonde und rothaarige Amazonasindianer deren Spanier und Portugiesen ansichtig wurden und auch heute noch einheimische Ethnologen wie Darcy Ribeiro verwundern), die in granitharten Gneis eingeschlagene „Botschaft“ (aka Felsgravur) von Pedra do Inga und weitere Rätsel um den unkonventionellen Kulturtransfer. 
Daneben beleuchtet er historische Quellen aus denen hervorgeht dass bereits zu antiken Zeiten (freiwillige und unfreiwillige) Atlantikquerungen von Europa aus gelungen sind. Es ist durchaus möglich dass diese begnadeten Prä-AstroNautiker von der indigenen Bevölkerung für „Götter“ gehalten worden sind, die (natürlich überhöht und überzeichnet) Einzug in die Mythen gefunden haben. 
Nicht vergessen sollte man dann auch noch die genetischen „Eigenheiten“ der Nachfahren der Chachapoya (gelegen übrigens in der peruanischen Provinz San Martin), auf die ich aber nicht weiter eingehen möchte, denn ich bin der grundlegenden Ansicht dass man sich dass Buch unbedingt kaufen und lesen sollte!